Morning Briefing 9. Oktober 2019 – Verschuldung // Zinsen // EZB // Repo

Guten Morgen,

Angesichts der sich zusehends verschlechternden Konjunkturaussichten und gleichzeitig offensichtlicher Liquiditätsprobleme zumindest im US-Interbanken-Markt (s. zu Repos sogleich wieder unten) greift Fed-Chef Powell schon wieder in die monetäre Trickkiste und unterstreicht noch einmal kommende Zinssenkungen und die erneute Ausweitung der Fed-Bilanz („QE 4“, hier).

Schaut man sich das heutige Potpourri zur Verschuldung, Zinsen und Zentralbanken (und ihre Rolle als „Liquiditätsversorger der letzten Instanz“ genauer an,  dann kristallisiert sich gerade angesichts der vielseitig kommentierten „Repo-Aktion“ auf, dass die Politik der Notenbanken am Ende sein dürfte. Klar können die neuen „Masters of the Universe“ (wer war denn das vor den Zentralbankern?) mit noch tieferen (Negativ-)Zinsen oder gar Mitteln der „Modern Monetary Theory“ (dazu würde z.B. Helikoptergeld gehören, s. dazu aktuell Daniel Stelter, hier) die Illusion der Funktionsfähigkeit der Wirtschaft noch aufrechterhalten – und werden dies auch tun. Vielleicht sogar noch über Jahre. Aber dadurch wird die Falltiefe einfach nur noch höher.

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Morning Briefing – 19. September 2019 – Repo // NIRP// China

Guten Morgen,

Wie prognostiziert, hat der Chef der US Notenbank, Mr. Powell, gestern die Senkung des Leitzinses um weitere 0,25% verkündet, so dass die Spanne jetzt nur noch 1,75% bis 2,00% beträgt (gute Analyse von Wolf hier). Der Effekt allerdings blieb zumindest aus Börsensicht überschaubar, denn  weder der Dow Jones (+0,13%) noch der Nikkei (+0,46% ) noch der Shanghai Composite (aktuell +0,19%) legten ein „Kursfeuerwerk“ hin. Wie nach dem Abfallen der Börsenkurse nach dem Zücken der Bazooka durch Herrn Draghi galt wohl auch gestern die alte Börsenregel „Buy the rumors, sell the news“ – die Zinssenkung war schlicht schon eingepreist.

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Morning Briefing – 23. August 2019 – US-Steuern // Fed // EZB // Vermögenssteuer

Guten Morgen,

Weil die Rezession nun eigentlich nicht mehr zu verleugnen ist (z.B. gingen die Gewinne deutscher Industrieunternehmen, also der Träger des deutschen Exports, im ersten Halbjahr 2019 um 28% zurück (hier) und die Bilanzen deutscher Unternehmen sehen wohl auch nicht so toll aus (hier)), überschlagen sich Politiker und Kommentatoren aller Länder und Couleur mit derart viel Vorschlägen zu Stimulus-Maßnahmen, dass man damit problemlos eine Woche Morning Briefings füllen könnte – bereits in dieser Phase. So fordert die Süddeutsche erst mal eine „Agenda 2040“ (hier) , während der französische Präsident gleich ein weltweites Konjunkturpaket fordert (hier).

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Morning Briefing 20. August 2019 – Jackson Hole // China // Negativzinsen

Guten Morgen,

Während die NZZ dem Privatanleger schon Tipps gibt, wie er eine Rezession erkennt (hier; kleiner Tipp: sie steht vor der Tür), ist Zerohedge (wie immer) schon einen Schritt weiter und analysiert potentiellen Aktionismus des US-Präsidenten im Falle einer Rezession (hier; nicht sehr erfreulich, aber durchaus möglich).  Die Notenbanker sind, wie wir spätestens seit dem abrupten Zinsschnitt der Fed im Juli wissen, aber schon einen Schritt weiter und versuchen, der kommenden Rezession schon jetzt das Wasser abgraben.

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Morning Briefing 28. Juni 2019 – Heloc // CDO // ETF

Guten Morgen,

Zumindest hier in Köln / Bonn, wo ich zur Teilnahme am 8. Turnaround-Kongress weile, hat sich die Temperatur gestern mal im erfreulichen mittleren Bereich eingependelt. Geht doch. Aber laut Bild wartet ab Sonntag schon die nächste Hitzewelle auf uns (hier). Nicht gut.

Genau so wenig, wie die Buchstabensuppe, die ich Ihnen heute Morgen präsentiere, denn nicht nur stürzt mit H2O ein Fonds auf Grund von Liquiditätsproblemen ab (hier) – was ja  durchaus schon zu einigen Kalauern einlädt, aber vor allen Dingen auch Erinnerungen an die Anfänge der letzten Finanzkrise weckt („Bear Stearns reloaded“?). Auch hatte ich ja gestern schon mit Verweis auf die Bundesbank erläutert (hier), dass die Zentralbanken die Zinsen gar nicht anheben könnten, weil dann einige Banken pleite gehen würden. Zerohedge garniert das ganze noch mit paar interessanten (oder je nach Sichtweise beängstigenden) Charts (hier), die zeigen, dass das Finanzsystem bei einem Zinsanstieg unter den bestehenden Schulden zusammenbrechen würde.

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Morning Briefing 19. Juni 2019 – Notenbanken // EZB // Deutsche Bank

Guten Morgen, 

Gestern konnte man wieder schön den Zusammenhang zwischen den Aktivitäten der Notenbanken und der Börse verfolgen: Kaum stellte Herr Draghi neue „Konjunktur-Impulse“ in Aussicht, schon gingen die Kurse ab, wie Schmitz-Katze (hier). Auffallend ist, dass der neue „Schuss“ schon bei einer sich lediglich eintrübenden Konjunktur (hier) „gesetzt“ wird. Die Nervosität der Notenbanker ist fast mit Händen zu greifen.

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Morning Briefing 17. Juni 2019 – Anleihen // Leveraged Loans // Fed

Guten Morgen,

Kennen Sie den Spruch „This time it’s different“? – mit dem Trader begründen, warum die Börse nur nach oben gehen kann? In einem sehr lesenswerten Anlegerbrief (hier) hat Oaktree-Chef Howard Marks sehr gut zusammengefasst, warum diesmal wirklich alles anders ist – nur nicht besser…

Diese Woche stehen zwei wichtige Entscheidungen an: Vielleicht schaffen es Mr. Trump und Herr Xi doch noch, einen Handelskrieg auf dem G20-Gipfel abzuwenden. Und vielleicht senkt die Fed den Leitzins. Zerohedge hat daraus gleich mal eine Entscheidungsmatrix erstellt (hier) – und – Spoiler Alert – es sieht nicht so toll aus…

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Morning Briefing 6. Juni 2019 – Zinspolitik // Weltwirtschaft // Weltbank

Guten Morgen, 

War ja zu erwarten, die Grünen in Bremen schwenken in Richtung Grün-Rot-Rot oder, wie wir Berliner zu sagen pflegen, „R2G“ (hier). Das dürfte auch ein Testballon für den Bund sein – wie goutiert der Wähler so ein Bündnis? Wenn er das tut, dann dürfte uns das Bündnis auch im Bund bevorstehen. Je nach Entwicklung dürfte die SPD dann irgendwann, aber vor 2021, die Reißleine bei der GroKo ziehen, um sich dann in die nächste Regierung zu retten. Und dann dürfte die CDU zunächst ziemlich schnell ins Hintertreffen geraten (s. hier eine gute Wahlanalyse).

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Morning Briefing – 5. Juni 2019 – Medien // Springer // ProSieben

Guten Morgen,

Der DAX schloss gestern mit einem Plus von 1,5 % kurz vor 12.000 Punkten (hier), der Dow Jones legte gleich über 2 % zu (hier) und auch der Nikkei steht heute Morgen mit 1,8 % im Plus (hier). Also, mein pessimistisches Morning Briefing von gestern (hier) wieder mal übertrieben? Nicht, wenn man den Grund für die plötzliche Hausse betrachtet: Zunächst hatte die australische Notenbank eher überraschend eine Zinssenkung angekündigt. Dem wollte Mr. Powell von der Fed wohl nicht nachstehen und hat das Tor für eine (möglicherweise in der Sitzung am 9. Juli 2019 erfolgende) Zinssenkung weit aufgestoßen – und damit möglicherweise tatsächlich einen „Zinswettlauf nach unten“ gestartet, wie Die Welt zu Recht konstatiert (hier). Und der Grund für die Zinssenkung ist offensichtlich: Die Wirtschaft schwächelt und zwar nicht nur ein bisschen oder kurzfristig. Die Kurven zeigen vielmehr seit Monaten nach unten – s. dazu nur den „Chart-Porn“ bei Wolf of Wolfstreet (hier). Tja, und jetzt öffnen dann die Zentralbanken erneut ihre Schleusen – die nächsten Monate werden gefüllt sein mit irgendwelchen Pseudo-Begründungen, warum man trotz der „starken“ Wirtschaft wieder zu den Maßnahmen zurückkehrt, die man eigentlich gerade abwickeln wollte – NIRP, ZIRP, QE, MMT und andere Buzzwords werden kursieren. Die Frage ist, ob die Flut reichen wird. Wenn nicht – dann Hosianna. Wenn doch – dann auch Hosianna – aber erst später….

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Morning Briefing 11. Oktober 2018 – Schulden / Vermögen // Inflation // Italien

IMG_5632 (2)(Quelle: Schatzi)

Guten Morgen,

Ist das nun der Beginn des großen Knalls – The BIG One? Oder nur eine absehbare und nötige Korrektur der hohen Börsenkurse? Die Ergebnisse des Vortages und des frühen Morgen (Asien): Dax: -2,2% (hier) Dow Jones: – 3,15% (hier), Nikkei: -3,96 (hier), Shanghai Composite: +0,18 (hier). Es verwundert, dass angesichts des weltweiten Ausverkaufs ausgerechnet die chinesische Leitbörse noch positiv da steht. War da das Plunge Protection Team im Einsatz (s. nur hier)? Oder markiert der Shanghai Composite bereits die Wende in einer kurzen, aber scharfen Korrektur? Das werden die nächsten Tage zeigen. Aber zusammen mit den gestern aufgezeigten Crash-Symptomen am Anleihe-Markt (hier) und dem bereits Ende August aufgezeigten Crash der EM-Währungen (hier) mehren sich nun doch die Anzeichen, dass die Zinserhöhungen und der Bilanzabbau der Fed beginnen, Wirkung zu zeigen. Vielleicht kommt der (wirtschaftliche) Winter doch schneller, als gedacht.  „Morning Briefing 11. Oktober 2018 – Schulden / Vermögen // Inflation // Italien“ weiterlesen