Morning Briefing – 28. August 2020 – Corona-Gesellschafts-Special

Guten Morgen,

Geht es nach dem Ärztepräsident, sollen demnächst Polizisten die Einhaltung von Corona-Quarantänen überwachen (hier). Grundsätzlich ist es ja richtig, dass die Polizei Gesetze durchsetzt. Die Frage ist aber hier eher nicht, wie die sowieso überlastete Polizei diesen weiteren Aufgabenbereich abdecken sollen, sondern wie schnell und unüberlegt „Experten“ staatliche Eingriffe fordern, die eigentlich eine ultima-ratio darstellen sollten.

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Coronavirus – Hoffnungszeichen?

Ja, die Corona-Zahlen steigen. Aber, was die Leitmedien zu meinem Entsetzen dabei geflissentlich (wieder, s. schon hier, dagegen aber mal ganz gut, Die Welt, hier) unter den Tisch fallen lassen, ist, dass die Zahl der Tests genau so steigt (s. hier; diese Website ist nicht gerade als Aluhutträger bekannt). Damit relativiert sich dann nicht nur der – von Politikern wieder mal anschaulich kommentierte (s. nur hier) – Anstieg der Anzahl der (getesteten!) Infizierten, sondern auch das, was Politiker alles so tolles getan haben in den letzten sechs Monaten (s. dazu auch die Achse des Guten, hier (Achtung, nicht pc!)). Denn nunmehr sind scheinbar die Testkapazitäten am Limit (hier). Sprich, dieselben Politiker, die sich wieder mal mahnend an „ihr“ Volk wenden, haben es nicht vermocht, die Testkapazitäten so zu steigern, dass sie damit ihre eigenen Forderungen auch nur ansatzweise erfüllen könnten.  Was die Forderungen von Herrn Söder nach allen möglichen Tests (s. nur hier) mal wieder als das entlarvt, was sie sind – publicity stunts ohne jegliche Substanz. Beweis? Verfolgen Sie mal das Testdebakel in Bayern (s. nur hier).

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Morning Briefing 11. August 2020 – Corona-Special

Guten Morgen

Aktueller Stand: weltweit über 20 Mio. nachgewiesene COVID-19-Infektionen und über 736.000 Todesfälle „mit“ Corona (JHU, hier). In Deutschland wurde bei (Stand heute) knapp über 217.000 Menschen der Virus nachgewiesen und über 9.200 sind „mit“ dem Virus gestorben (hier und hier, s. aber auch hier und hier). Herr Söder fordert derweil wieder – nach „Doppeltests“ für Heimkehrer (hier) diesmal 200.000 Tests pro Tag in Bayern (hier). Derweil droht die Berliner Gesundheitssenatorin Frau Kalayci erst mal mit einem Alkoholverbot (hier).

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Morning Briefing – 3. Juni 2020 – Gewinner // Bankrott // Zombies

Guten Morgen,

Kaum fährt man mal an die Ostsee, schon ist die Hölle los: Während in Berlin einige durchgeknallte Partytypen (hier) erst mal zeigen mussten, dass Frau Merkel mit ihren Sorgen vielleicht doch nicht so Unrecht hatte (s. dazu mein Kommentar hier), waren die meisten Berliner (und Hamburger) so sonnenhungrig, dass sie die Ostseestrände stürmten – mit der Folge, dass die erst mal abgesperrt werden mussten (hier, Danke, Alex). Auch auf dem Campingplatz, auf dem ich war, wurden die Abstandsregeln, sagen wir mal, eher „frei Schnauze“ ausgelegt. Tja, dann schauen wir mal, ob wir in zehn bis vierzehn Tagen einen erneuten Anstieg der Fallzahlen zu verzeichnen haben. Wie immer – möchte man sagen – agiert Berlin als „Vorreiter“ – mit einem R-Wert, der sich gerade wieder der „2“ nähert, sprich ein Infiziert steckt noch zwei andere an. Und dass im Gegensatz zu Gesamtdeutschland, wo die Gesamtzahl der Infizierten weiter niedrig (hier) und der R-Wert wieder unter „1“ gesunken ist (hier). Dann hoffen wir mal, dass auch in Berlin der Sommer dem Virus zumindest zwischenzeitlich den Garaus macht (hier). Vielleicht kommt dann auch mal einer mit einer Idee, wie wir mit einem möglichen Wiederanstieg der Infektionen im nächsten Herbst leben könnten.

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Morning Briefing 15. Mai 2020 – The Big Read

Guten Morgen,

Die Inflationsrate lag laut DeStatis im April 2020 nur noch bei +0,9% (im Vorjahresvergleich) oder +0,4% im Vergleich zum Vormonat (hier) und damit auf den niedrigsten Stand seit 2016 (hier). Und das, obwohl die Zentralbanken Geld in den Markt pumpen, als gäbe es kein Morgen. Also, alles gut, Weimar vom Tisch? Nicht nur Herr Mayer (unten) und Herr Sinn (hier) sehen das anders (Verschwörungstheoretiker halt), aber auch der tägliche Einkauf offenbart andere Einsichten. So haben sich Lebensmittel, deren Preise schon im März um durchschnittlich 9% im Vorjahresvergleich anzogen (hier) mit +4,6% im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich verteuert (s. oben bei Destatis und hier). Und tatsächlich liegt der Rückgang der Inflationsrate zum größten Teil im Absturz des Ölpreises im Zusammenhang mit Corona begründet (s. Charts hier).

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Morning Briefing – 12. Mai 2020 – Notenbanken // Corona-Hilfen // Fintyre

Guten Morgen,

Letzte Woche noch hatte ich mich über den Neo-Feudalismus in der deutschen Politik aufgeregt (hier und hier), nur um gestern sofort ein weiteres Beispiel vorgesetzt zu bekommen: Frau Andrea Nahles, mit der Qualifikation einer ehemaligen SPD-Vorsitzenden mit einem Abschluss als „Magister Artium“ in Germanistik und Politikwissenschaften wird neue Präsidentin der – Herrn Olaf Scholz untergeordneten – Bundesanstalt für Post und Telekommunikation, einer mit der Besoldungsgruppe B6 dotierten Stelle (hier). Angesichts der sonstigen Aufgeregtheit der Journaille in diesen Zeiten wundert mich die Zurückhaltung in diesem Punkt angesichts des offensichtlich reinen Versorgungscharakters dieser Neubesetzung (s. nur hier und hier).

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Morning Briefing 29. April 2020 – Wirtschaftskriminalitäts-Special

Guten Morgen,

Bereits am 25. März hatte ich mich über die damalige Prognose der Wirtschaftsweisen lustig gemacht (hier). Auch den in einem kurze Zeit später von den Wirtschaftsweisen Rückgang von 2,8% bis 5,4% der Wirtschaftsleistung in 2020 (hier und hier) hielt ich schon bei der Veröffentlichung eher für lächerlich. Hatte das IFO-Institut doch schon Ende März einen Rückgang des BIP von bis zu 20% angenommen. Nun hat das IFO-Institut erste konkrete Schätzungen zum Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland während des Shutdowns vorgelegt – und kommt für diese Periode auf einen Rückgang von 16%. „Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um kalenderbereinigt 6,6 Prozent schrumpfen; berücksichtigt man die vergleichsweise vielen Arbeitstage, verringert sich der Rückgang auf 6,2 Prozent“, erklärt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.“ (s. ausführlich bei der FAZ hier). Das ist zwar nicht mehr ganz so viel, wie der ursprüngliche worst case des Instituts von -20% suggeriert. Aber immer noch mehr, als die Wirtschaftsweisen auch jetzt zugestehen. Die gehen zwar nicht mehr „nur“ von -2,8% aus, sondern sehen das vormalige worst case Szenario von -5,4% nunmehr als realistisch an (s. zu anderen, noch positiveren Prognosen hier).

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Coronavirus – Tracing-App als Lösung?

Schon in der letzten Woche hatte Herr Spahn ja prophetisch verkündet: „Wir werden viel verzeihen müssen“. Er kann dann gleich mal anfangen, um Verzeihung für das unnötige Wirrwarr um die Einführung einer App zur Nachverfolgung der Infektionsketten zu bitten. Die nachfolgende Übersicht kann da nur einen kurzen Abriss darstellen: 

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Coronavirus – Historische Vorläufer

Dass die Corona-Pandemie auch für deutsche Entscheider kein „schwarzer Schwan“, sondern eher ein „weißer Elefant“ war (guter Kommentar dazu hier), hatte ich schon an Hand einiger in den Vorjahren durchgeführter Planspiele aufgezeigt (hier). Aber auch historische „Vorläufer“ der aktuellen Pandemie bieten genug Lehrstoff, wie die nachfolgende kurze Übersicht zeigt. Dabei muss man gar nicht auf den vorsätzlichen Einsatz von Seuchen als Mittel zur Durchsetzung (militärischer) Ziele eingehen (hier):

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Coronavirus – Herdenimmunität adé, aber wohin reiten wir jetzt?

Essentially, all models are wrong,
but some are useful

George Box

Erst zum Wochenende fiel den Medien (und zugegebener Maßen auch mir) auf, welche Kehrtwende die Bundeskanzlerin bei ihrer Pressekonferenz am Mittwoch der letzten Woche vollzogen hat (s. zur PK hier): Nachdem sie zuvor immer entweder auf das RKI oder die Leopoldina gehört hatte, was die „Richtwerte“ für einen „Einstieg in den Ausstieg“ angeht, hat sie am Mittwoch mitten im Rennen das Pferd gewechselt.

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