Morning Briefing – 22. Juli 2020 – USA-Special

Guten Morgen,

So langsam kristallisieren sich die wahren Ergebnisse des EU-Gipfels heraus: Demnach hat Frau Merkel es geschafft, Euro 1 Milliarde an Einmalzahlung herauszuschlagen (hier) – dafür darf Deutschland ab jetzt scheinbar Euro 45 Mrd. pro Jahr mehr an die EU überweisen (hier). Zu Recht bezeichnet die WiWo diesen Gipfel als „Gipfel“ (hier). Aber die Börse goutiert es – „Dax steigt über 13.000 Punkte – Anleger stehen unter Zugzwang“ und nun geht es „to infinity and beyond“ in diesem Wahnsinnsstadl (hier).

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Morning Briefing – 17. Juni 2020 – „Krisen-Special“

Guten Morgen,

Besorgniserregend ist, dass Nordkorea zunächst ein Verbindungsbüro zu Südkorea im Grenzgebiet sprengt (hier) und Truppen in den Süden verlegt (hier). Hoffen wir mal, dass dahinter nicht mehr steckt, als Druck aufzubauen, um letztendlich die Sanktionen gelockert zu bekommen. Besorgniserregend finde ich auch, dass Indien und China in einer Grenzregion bereits in Scharmützel verwickelt sind – mit Toten (hier). Kriegerische Auseinandersetzungen in diesen Zeiten dürften so ziemlich jede positive Szenario-Planung ad absurdum führen. Aber wie sagt man so schön: „Ein Unheil kommt selten allein“.

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Morning Briefing 25. Mai 2020 – Luftfahrt-Special

Guten Morgen,

Vier Tage ohne (Corona-)-News und was habe ich verpasst: Die zweite Welle – naja, zumindest ein „Wellchen“, das die hohe Ansteckbarkeit bei Corona zeigt: Einmal bei einem Gottesdienst in , bei dem sich Stand jetzt 107 Menschen infiziert haben (hier) und zum anderen ein Restaurant, in dem sich (wieder Stand jetzt) 18 Menschen infiziert haben (hier). Derweil (und von den deutschen Medien ziemlich unbeobachtet) wächst sich die Corona-Krise in den USA zur wirtschaftlichen Katastrophe aus: In der letzten Woche haben erneut 2,4 Mio. US-Amerikaner einen Antrag auf Arbeitslosengeld gestellt (hier). Das ist zwar die niedrigste Zahl von Neuanträgen in dieser Krise, aber immer noch mehr als drei Mal (3x!) so viel, wie auf dem Höhepunkt der letzten Finanzkrise! Nunmehr sind mit 38,6 Mio. Amerikanern so viele „neu“ arbeitslos gemeldet, wie noch nie zuvor – und das sind die offiziellen Zahlen, die auf Grund der Überlastung der Systeme der wahren Entwicklung hinterherhinken. Und mit Hertz hat nun (erwartungsgemäß) der zweitgrößte US-Autoverleiher ieinen Antrag auf Gläubigerschutz nach Chapter 11 gestellt – mit unabsehbaren Folgen für den Automarkt in den USA (hier und hier). Die Ironie dabei: Hertz ist nicht Opfer von Corona, die Insolvenz zeichnete sich seit Jahren ab, aber die Fed hat in ihrer Kaufwut auch gleich noch Junk-Bonds von Hertz erworben und wird (nach einem erwarteten Debt-Equity-Swap) dann Aktionär von Hertz werden (hier). Das dürfte kein Einzelfall bleiben….

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Morning Briefing – 20. Mai 2020 – USA Special

Guten Morgen,

Der Dow Jones ist zwar gestern zum Handelsschluss wieder etwas eingeknickt, aber über die letzten zehn Jahre gesehen ist er immer noch mit über 130% (!) im Plus (hier) – der Fed sei Dank (s. unten, „Finanzalchemie“, aber auch hier). Derweil wird politisch in den USA über das Ende des Lockdowns gerungen (hier), während zwischenzeitlich über 1,5 Mio. Amerikaner positiv auf das Corona-Virus getestet wurden und fast 92.000 am Virus verstorben sind (hier). Und über allem schwebt die bange Frage, wer der nächste US-Präsident wird (hier). Und die Wahl wird sich im Endeffekt wohl am Stand der Wirtschaft am Wahltag (3. November 2020) entscheiden.

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Morning Briefing – 15. April 2020 – Fed // Softbank // Bank of England

Guten Morgen,

Ich bin zutiefst erschüttert. Noch am Donnerstag hatte ich meine Kollegin, Frau Beate Bahner, in meiner „Ode an die Freiheit“ gelobt (hier), weil sie sich mit einem Eilantrag beim BVerfG gegen die Phalanx der Mächtigen stellte und versuchte, das Grundrecht der Versammlungsfreiheit nach Art. 8 Grundgesetz durchzusetzen. Nunmehr ist sie – unter zumindest nicht ganz klaren Umständen – in die Psychiatrie eingewiesen worden – was von den großen Leitmedien bislang nur Die Welt berichtete (hier; s. zu den aktuellen Entwicklungen aber in den Lokalmedien hier). Es mag durchaus sein, dass Frau Bahner illegal handelte, es mag auch sein – wie in der letzten Woche auch schon ausgeführt – der Aufruf zu einer Demo auch tatsächlich nicht situationsadäquat war. Aber der aktuelle Umgang mit Frau Bahner erinnert mich erschreckend an die Vorgänge um Gustl Mollath, der in der letzten Finanzkrise wenig erfreuliche Tatbestände rund um das Finanzgebaren der Bayern LB aufdecken wollte – und in der Psychiatrie landete und wohl nur dank der Süddeutschen Zeitung rehabilitiert wurde (s. hier bei mir und hier bei Süddeutsche). Und die mögliche Wiederholung eines solchen Szenarios – diesmal in Baden-Württemberg erschüttert mich.

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Morning Briefing – 30. März 2020 – Blackrock // TALF // Fed

Guten Morgen,

War zu erwarten und von mir auch so prognostiziert: Die Großen werden gerettet und die Kleinen zum Lüften rausgehängt
(s. nur hier und hier). Beispiele gefällig? Here you go: „TUI bekommt Staatskredit über 1,8 Milliarden Euro“ (wohlgemerkt von der Bundesregierung zugesagt und von der KfW auszuzahlen). Zwar müssen wohl noch einige Banken zustimmen, aber: zum einen ist nur eine von meinen neulich aufgestellten Mindestbedingungen für solche Kredite erfüllt (hier, Sie erinnern sich? Keine Aktienrückkäufe, keine Boni ans Management und keine Dividendenzahlung). Lediglich eine Auszahlung von Dividenden an Aktionäre soll laut Pressemeldungen verboten sein. Zum anderen fragt man sich, wer denn hier gerettet werden soll, wenn man sich die Aktionärsstruktur dieses REISEkonzerns anschaut (hier). Zudem ist fraglich, ob TUI nach dem 28. April überhaupt noch eine Lizenz zum Vertrieb von Reisen haben wird (hier). Während also TUI großzügig Gelder aus einem der zahlreichen Rettungsfonds der Bundesregierung erhält, sollen die Kunden, die jetzt erst mal aufs Reisen verzichten dürfen, mit Gutscheinen abgespeist werden (hier) – und damit natürlich auch das weiterhin bestehende Insolvenzrisiko des Unternehmens tragen. Vielleicht versucht Herr Altmaier ja so, seine „Nationale Industriestrategie“ (s. näher dazu hier) durchzusetzen. Aber mir stellt sich ja die Frage, ob schlichte Größe allein das Kriterium ist, oder ob nicht vielleicht auch andere Bedingungen gelten sollten. Vielleicht so etwas, wie „Systemrelevanz“? Die würde ich bei einem Reiseveranstalter doch mal hinterfragen.

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Morning Briefing – 12. März 2020 – Rezession // Hilfspaket // Repo // Boeing

Guten Morgen,

So, den Morgen habe ich mit Corona zugebracht – und mal versucht, mir als Nicht-Mathematiker die aktuell kursierenden Daten zu Mortalitätsraten und die daraus folgenden Konsequenzen selber zu erklären. Das Ergebnis finden Sie hier. Aber auch die Börsen scheinen sich vertiefter mit dem Virus zu beschäftigen – und schmieren ab (hier). Das aber auch, nachdem Mr. Trump erst mal den Flugverkehr aus Europa in die USA zum Erliegen bringen dürfte (hier). Die Börse spiegelt aber nur die wachsende Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung, bzw. die wachsende Sicherheit darüber, dass es eine Rezession geben wird, wieder.

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Morning Briefing – 4. März 2020 – US-Unternehmens-Verschuldungs-Special

Guten Morgen,

Stell dir vor, die Fed senkt die Zinsen (hier) – und die Börse crasht. Genau so gestern passiert (hier). Na, da kommt ja Freude auf, träumen doch die Börsianer von einem „Shanghai Accord 3.0“ (hier, s. auch schon hier), bei dem die Zentralbanken weltweit koordiniert Geld in den Markt pumpen und die Zinsen senken. Und auch die BOJ kauft ja schon wieder den Markt leer (hier).

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Morning Briefing – 28. Januar 2020 – Baltic Dry // Cass Freight // Chinese Containerized

Guten Morgen,

Noch am Wochenende schickte mir ein Partner (Danke nst) folgende Meldung des Handelsblatts (wer sonst?):“Charttechniker rechnen mit einem Dax-Anstieg auf 15.000 Punkte„. Was passiert am Montag? Der Dax schmiert um 2,74% ab. Ok, nicht nur wegen des Coronavirus (der sich immer schneller ausbreitet (hier), sondern auch wegen des nicht erwarteten Rückgangs des IFO-Geschäftsklimaindex (hier). Da die Daten für den Index aber eher vor dem großen Medienhype zum Coronavirus erhoben wurden, dürfte selbst ohne den Virus die deutsche Wirtschaft zum Jahresanfang nicht so richtig in Partylaune gewesen sein.  Aber übers Jahr gesehen würde ich die Prognose des HB nicht für falsch halten – pumpen doch die Zentralbanken eh Geld ins System. Die werden nur eine kleine Korrektur zulassen und dann die Schleusen wieder öffnen (so auch Morgan Stanley, hier).

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Morning Briefing – 24. Januar 2020 – Blackrock // GE // Boeing

Guten Morgen,

Der Knaller des Morgens: Siggi Stardust wird Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank (hier). Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Ach, wie war das eigentlich mit der „Drehtür“ zwischen Politik und Wirtschaft (neulich erst hier)? Ja, ich weiß, ich bin mal wieder viel zu kleingeistig…

Derweil könnte sich der Coronavirus  unversehens zum Black Swan 2020 entwickeln (hier). Und Herr Spahn behält einen „kühlen Kopf“, während die Chinesen angeblich ein Krankenhaus mit 1.000 Betten für Infizierte in einer (EINER!) Woche bauen und 43 Millionen Menschen unter Quarantäne stellen. Ich bin ja so was von beruhigt….

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