Morning Briefing 4. Juni 2019 – China // USA // Deutschland

Guten Morgen,

Für einigermaßen ausgeschlafene Beobachter der politischen und wirtschaftlichen Lage stehen die Krisenzeichen an der Wand. Aber diese Erkenntnis scheint noch nicht so weit fortgeschritten, wie einige Erlebnisse der letzten Tage zeigen: So meinte eine Studentin von mir (die in einer Bank arbeitet), dass sie nach Besuch meines Kurses erst verstanden habe, unter welchem Risiko die Geschäftsführer arbeiten würden, die von ihrer Bank kreditiert würden. Konkreter wurde ein Freund von mir, der im Baugewerbe tätig ist und meinte, dass seine Chefetage gar nicht verstanden habe, was es bedeute, dass in kurzer Zeit zwei Bauvorhaben für Logistikzentren gecancelt wurden. Es würde noch nicht mal in Erwägung gezogen, dass diese Ereignisse eine Krise andeuten könnten. Gestern meinte dann ein anderer Freund, der im Automotive-Bereich tätig ist: „Der Vertrieb tanzt noch in Champagnerlaune auf dem Oberdeck, […]. Ich habe das Ziel dieses Jahr auf minus 10% gelegt …. was jetzt noch fast positiv aussieht … .“

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Morning Briefing 9. April 2019 – Stresstest // Heta // N26

Guten Morgen

Noch 3 Tage und der Rest von heute – bis zum Brexit und Frau May reist heute u.a. zu Frau Merkel (hier) für – ja, für was eigentlich? Um für eine Verlängerung der Brexit-Frist bis zum 30. Juni 2019 zu werben. Dafür bereiten sich die Briten jetzt sogar auf die kommende EU-Parlamentswahlen vor. Man kann da eigentlich nur noch den Kopf schütteln – denn selbst, wenn es jetzt einen „harten“ „soft“ Brexit gibt, wer von den Abgeordneten im britischen Parlament glaubt eigentlich noch, dass ihn irgendjemand außerhalb des Parlaments ernst nimmt?

Verfolgt man den Strom von Hiobsbotschaften, den die Medien gerade verbreiten, dann entgeht einem leicht, dass (noch) nicht alles schlecht ist: So vermeldeten die Medien, dass der deutsche PMI gefallen ist  (hier) und die Auftragseingänge (hier) eingebrochen sind; die Wirtschaftsforscher hatten die Prognose für 2019 denn auch halbiert (hier). Aber ist es tatsächlich so, wie man z.B. der Headline des Handelsblatt entnehmen konnte, dass bereits jetzt die schlechte Konjunktur die Exporte belastet? Tatsächlich gingen die Exporte im Februar im Vergleich zum Vormonat  um 1,3% zurück (hier). Wer aber die „Originalmeldung“ des Statistischen Bundesamts dazu liest (hier), reibt sich verwundert die müden Augen – stiegen doch die Exporte im Vergleich zum VorJAHRESmonat um 3,9%! Gut tut dann die eher differenzierende Analyse der Exportzahlen auf Finanzmarktwelt (hier).

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Morning Briefing – 26. Februar 2019 – Santander // Deutsche Bank // N26

Guten Morgen,  

Allgemeine Beruhigung? – Trump verschiebt die Erhebung weiterer Strafzölle gegen China (hier), prompt springt der Shanghai Composite um 5,5% nach oben (hier und hier) und die EU und Großbritannien planen, den Brexit um zwei Jahre zu verschieben (hier). Dieser potentielle Aufschub zusammen mit der – rechtlich überhaupt nicht nachvollziehbaren Genehmigung für UK-Clearinghäuser, weiterhin unter dem EU-Passporting handeln zu dürfen (hier eine gute Analyse von Wolf) und der „Weiterflugerlaubnis“ für UK-Fluglinien unter den EU-Regeln (hier) – könnte den Einstieg in den Ausstieg bedeuten.   

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Morning Briefing – 23. Januar 2019 – NordLB // Deutsche Commerzbank // N26

Guten Morgen,

„Die Notenbanker haben ihr Geld verschossen“ – wie Die Welt zu Recht aus Davos meldet. Aber scheinbar nicht nur die. Auch die deutschen Banken sind seit der letzten Finanzkrise eher nicht so auf Vordermann gebracht worden. Eher scheint es, wie die nachfolgenden Ausführungen zeigen, dass auch in Deutschland italienische (Banken-)Verhältnisse drohen. Das wird in der jetzt drohenden Finanzkrise 2.0 bestimmt noch spannend…  „Morning Briefing – 23. Januar 2019 – NordLB // Deutsche Commerzbank // N26“ weiterlesen