Morning Briefing – 26. Juni 2020 – Notstand // Vertrauen // Verschwörungstheorien

Guten Morgen,

Tja, so schnell kann es gehen: Selbst ich hatte ja am Montag Wirecard noch die Woche bis zur Insolvenz gegeben (hier). Aber, nein, gestern stellte der Konzern für etliche Unternehmen der Gruppe  – aber wohl nicht die Bank (!) – einen Insolvenzantrag und (für mich erwartungsgemäß wurde Herr Jaffé vom Insolvenzgericht als Sachverständiger eingesetzt (hier). Und geil sind die Schlagzeilen: Scheinbar hat wirklich jeder an das Unternehmen geglaubt. Sorry, was für eine Naivität. Aber Flowtex (hier) oder Phoenix Kapital (hier) sind ja nun auch schon länger her – und Madoff war ja „nur“ in den USA tätig (hier). Aber DAS konnte man doch wirklich nicht voraussehen, oder? Doch, die Financial Times HAT es erkannt – und kein Entscheidungsträger hat auf sie gehört. Hut ab vor den journalistischen Fähigkeiten der FT. Da könnte sich das Hurrablatt der deutschen Wirtschaft mal eine Scheibe, ach, was sage ich, die ganze Wurst von abschneiden. Und? Wird das passieren? Nein, genau so wenig, wie der nächste Skandal verhindert wird….

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Morning Briefing 25. Juni 2020 – IWF // OECD // IFO-Geschäftsklimaindex

Guten Morgen,

Die causa Wirecard entwickelt sich zu einer schlechten Ausgabe alter Heldensagen: Der gefallene Held (Braun) muss Aktien verkaufen, um seine Kaution zu stellen (hier), während sein treuer Knecht () erst mal in den Sonnenuntergang – vulgo auf die Philippinen – reitet, um den heiligen Gral (fehlende Euro 1,9 Mrd.) wieder zu finden, um den erzürnten König (in der multipolaren Form des Herr Finanzminister Scholz (hier), des Präsidenten des BaFin Hufeld (hier) und Frau Staatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl (hier)) zu besänftigen. Derweil fragen sich einige Knappen der Ritterrunde, wieso der Rest überhaupt an den Gral geglaubt hat, es sei doch eh alles Blendwerk gewesen (hier). Ich bin mir sicher, demnächst können wir in dieser causa auch „Des Kaisers neue Kleider“ nachspielen – mit den selben schlechten Schauspielern….

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Morning Briefing 22. Juni 2020 – „Berater-Special“

Guten Morgen,

Tja, und eines Morgens wachst du auf – und Corona steht wieder vor der Tür: Während sich die Zahl der (erkannt) Infizierten weltweit mittlerweile den 10 Mio. und die Zahl der Toten den 500.000 nähert (s. hier), galt Deutschland bis zur letzten Woche noch als Patient auf dem Wege der Genesung (gute Grafiken dazu bei der Zeit, einfach die Startseite runtersrcollen). Und dann kam Gütersloh und erneut ein Fleischverarbeiter, durch den die Infektionszahlen „explosionsartig“ anstiegen (hier). Und jetzt geht der Kreis Gütersloh in den nächsten „Lockdown“ (hier). Aber auch in Berlin trifft es mittlerweile den zweiten Wohnblock (hier). Eine Mahnung an uns alle, dass die Pandemie alles, aber nicht vorbei ist. Egal, ob man das jetzt als „2. Welle“ oder ähnliches bezeichnet.

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Morning Briefing 22. Juni 2020 – „Wirtschaftskriminalitäts-Special“

Guten Morgen,

Angesichts des sich immer weiter ausbreitenden Skandals um Herrn Amthor nimmt es sich geradezu als Petitesse aus, dass Herr Kretschmann sich nunmehr auch bei Herrn Spahn, Herrn Lindner und Frau Kramp-Karrenbauer einreiht und ohne Maske rumläuft (hier). Denn der Skandal (den ich bereits am Donnerstag kommentiert hatte, hier) weitet sich immer weiter aus: Herr Scheuer ist wohl auch verwickelt (hier), wen wundert das eigentlich noch) und Herr Merz gibt den Scherzkeks und will plötzlich Transparenz (hier). Wenn das so weitergeht, bleibt Frau Kramp-Karrenbauer CDU-Chefin und bringt es gegen RRG noch auf einen Achtungserfolg der CDU bei der nächsten Bundestagswahl. Denn Herr Amthor wird wohl den Gang jedes zu Guttenberg gehen. Und, was man hier mal wieder – Relotius hin oder her – mal wieder zugeben muss: Der Spiegel kann doch noch investigativen Journalismus. Chapeau!

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Morning Briefing 29. April 2020 – Wirtschaftskriminalitäts-Special

Guten Morgen,

Bereits am 25. März hatte ich mich über die damalige Prognose der Wirtschaftsweisen lustig gemacht (hier). Auch den in einem kurze Zeit später von den Wirtschaftsweisen Rückgang von 2,8% bis 5,4% der Wirtschaftsleistung in 2020 (hier und hier) hielt ich schon bei der Veröffentlichung eher für lächerlich. Hatte das IFO-Institut doch schon Ende März einen Rückgang des BIP von bis zu 20% angenommen. Nun hat das IFO-Institut erste konkrete Schätzungen zum Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland während des Shutdowns vorgelegt – und kommt für diese Periode auf einen Rückgang von 16%. „Insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um kalenderbereinigt 6,6 Prozent schrumpfen; berücksichtigt man die vergleichsweise vielen Arbeitstage, verringert sich der Rückgang auf 6,2 Prozent“, erklärt Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.“ (s. ausführlich bei der FAZ hier). Das ist zwar nicht mehr ganz so viel, wie der ursprüngliche worst case des Instituts von -20% suggeriert. Aber immer noch mehr, als die Wirtschaftsweisen auch jetzt zugestehen. Die gehen zwar nicht mehr „nur“ von -2,8% aus, sondern sehen das vormalige worst case Szenario von -5,4% nunmehr als realistisch an (s. zu anderen, noch positiveren Prognosen hier).

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Morning Briefing 18. Februar 2020 – Cum Cum // Cum Ex // Wirecard

Guten Morgen,

73.335/1.873 – der aktuelle Status Infizierte/Tote des Coronavirus. Derzeit wird damit gerechnet, dass der Höhepunkt der Epidemie Ende Februar erreicht wird und dass mit einem Abflauen ab April zu rechnen ist (hier). Zwar hält der Chef der WHO noch jegliches Szenario für möglich, aber die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass die Krankheit in 80% der Fälle mild verläuft und die Todesfallrate 2% beträgt (hier). Allerdings sollte man an diesen vorsichtigen Optimismus ein Fragezeichen machen – denn in Afrika, das mit China wirtschaftlich eng verbunden ist, startet die Epidemie erst gerade (hier) – und Bill Gates warnt vor zehn Millionen Toten dort (hier). Hoffen wir mal, dass das Szenario (vor unserer Haustür) sich so nicht realisiert. Denn auch so stellen sich die ersten realen wirtschaftlichen Effekte ein: Apple muss seine Umsatz-/Ertragserwartungen zurückschrauben – weil es in China an Kunden (Demand-Side) und Teilen (Supply-Side) fehlt (hier). China verschiebt die wichtigste Automesse (hier) und nicht nur deswegen dürfte der (deutsche) Automobilbau leiden (hier), etc. pp. Die Frage ist halt, ob diese Negativ-Effekte nach dem Abflauen der Epidemie wieder aufgeholt werden können – wir also zumindest im 2. Halbjahr einen Boom erleben werden.

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Morning Briefing – 20. Januar 2020 – Vossloh // Wirecard // Deutsche Post

Guten Morgen,

Nachdem ich letzte Woche den Ausbau des europäischen Schienenverkehrs angemahnt hatte (hier), zeigte mir die Zeit kurz danach auf, dass man auch als Blogger ab und an recherchieren sollte, um nicht den Spruch „verdammt viel Meinung für so wenig Ahnung“ abzubekommen: Denn, tata!, es gibt tatsächlich schon EU-weite Bestrebungen, den Schienenverkehr besser zu koordinieren (s. dazu näher hier). Der einzige Trost ist, dass Christian Lindner wohl auch nicht besser Bescheid wusste….

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Morning Briefing 4. Juni 2019 – China // USA // Deutschland

Guten Morgen,

Für einigermaßen ausgeschlafene Beobachter der politischen und wirtschaftlichen Lage stehen die Krisenzeichen an der Wand. Aber diese Erkenntnis scheint noch nicht so weit fortgeschritten, wie einige Erlebnisse der letzten Tage zeigen: So meinte eine Studentin von mir (die in einer Bank arbeitet), dass sie nach Besuch meines Kurses erst verstanden habe, unter welchem Risiko die Geschäftsführer arbeiten würden, die von ihrer Bank kreditiert würden. Konkreter wurde ein Freund von mir, der im Baugewerbe tätig ist und meinte, dass seine Chefetage gar nicht verstanden habe, was es bedeute, dass in kurzer Zeit zwei Bauvorhaben für Logistikzentren gecancelt wurden. Es würde noch nicht mal in Erwägung gezogen, dass diese Ereignisse eine Krise andeuten könnten. Gestern meinte dann ein anderer Freund, der im Automotive-Bereich tätig ist: „Der Vertrieb tanzt noch in Champagnerlaune auf dem Oberdeck, […]. Ich habe das Ziel dieses Jahr auf minus 10% gelegt …. was jetzt noch fast positiv aussieht … .“

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Morning Briefing 21. Februar 2019 – Wirecard // Crypto-currencies // Cyberattacke

Guten Morgen,  

Die Bewertungen über den Stromausfall in Berlin-Köpenick gehen weit auseinander (s. nur Achse des Guten hierund Die Welt hier), aber im Grundsatz zeigt der Vorfall gut die Auswirkungen eines Ausfalls der Stromversorgung auf. Gut, Anlass war in Berlin die fehlende Umsichtigkeit der Bauarbeiter, die ein anderes Infrastruktur-Problem (die Schäden an der Salvador-Allende-Brücke (hier), auch eine kleine Ironie der Geschichte) beheben wollten. Beim nächsten Ausfall könnte aber auch ein Cyber-Angriff die Ursache sein – womit sich auch die Leitmedien vermehrt auseinandersetzen (s. unten). 

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Morning Briefing 11. Februar 2019 – Wirecard // QuadrigaCX // Crypto

Guten Morgen,  

Kaum geht man in den Skiurlaub, geht erst mal eine deutsche Fluglinie pleite (dazu in den nächsten Tagen mehr) und die Börsen weltweit schauen eher mau in die Zukunft – bis auf Shanghai (hier). Über die Gründe dafür spekuliere ich ebenfalls in den nächsten Tagen. Heute schaue ich neben dem Absturz von Wirecard noch dem scheinbar endlosen Abstieg der Crypto-Währungen zu: 

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