Coronavirus – die Stunde der Blockwarte und Leugner?

Neulich musste ich echt an mich halten, dem früheren Chefredakteur der Financial Times Deutschland und jetzigen GF einer Springer-Tochter nicht mit politisch ziemlich unkorrekten Worten mal ordentlich die Meinung  ob seiner – unter dem Label „Axel Springer“ – mit Hilfe eines Videos verbreiteten unterschwelligen Forderung nach Verhängung eines Ausgangsverbotes zu geigen (hier). Nicht ganz ironiefrei fragen einige der Foristen unter dem von ihm publizierten Video  denn auch, wieso er – so als vernünftiger Mensch – überhaupt draußen war und das Video drehen konnte. Schon seit nunmehr zwei, drei Wochen schrecken mich diverse Meldungen und „Warnungen“ „wohlmeinender“ Journalisten (s. nur hier und hier), aber auch angebliches „Diskussionen“ unter Medizinern und „Krisenexperten“ (hier und hier), auf. Allen ist gemeinsam die (plötzliche?) vorgebliche Sorge um die Menschen – die sich doch alle (?) nicht richtig benehmen – und die man dementsprechend erziehen „muss“. Während sich also scheinbar Experten untereinander anzicken und Journalisten sich als oberste Gralshüter des „Wahren, Guten und Schönen“ gerieren, sitze ich hier mit – wie Sie vielleicht an meiner Wortwahl schon erkannt haben – nicht ganz so entspannter Attitüde. Was der arme Herr Stocker – ebenfalls von Springer, aber der WELT – in der letzten Woche dann auch gleich abbekam (hier). Sorry an dieser Stelle noch mal für meinen Ausfall.

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„2020 – Cassandras Blick in die Glaskugel“ – in Zeiten der Corona

Normalerweise veröffentliche ich um diese Jahreszeit unter der Rubrik „In eigener Sache“ meinen jährlichen „Cassandra-Ruf“, sprich die Prognose fürs Jahr (s. zuletzt hier). Könnte ich auch dieses Jahr wieder machen, denn die ZInsO hat zuverlässig wie immer meine Prognosen veröffentlicht.  Und das Ergebnis lässt sich in meinen Augen durchaus sehen. In dieser Prognose, die den Informationsstand vom 24. Januar 2020 abbildet, hatte ich allerdings noch nonchalant darauf hingewiesen, dass „quasi als „Joker“ in 2020 die aktuelle Corona-Pandemie für eine wesentliche Verschlechterung des Basisszenarios sorgen könnte.“ (s. ZInsO 2020, 441, 464). Nun ja, wir wissen mittlerweile aus einschlägigen Filmen, wie unberechenbar der Joker sein kann. So unberechenbar, dass ich nun schon Mitte März meine Jahresprognose für 2020 revidieren darf.

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Coronavirus – kein schwarzer Schwan!

Um bereits jetzt die beliebte Flucht in den berühmt-berüchtigten und nicht vorhersehbaren „schwarzen Schwan“  per se auszuschließen und um gleichzeitig Grundlagen für die Szenarioplanung in Unternehmen zu liefern, nachfolgend mal die mir bekannten Simulationen, Übungen und Szenarioplanungen zum Thema „Pandemie“:

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Coronavirus – Zügige „Durchseuchung“ oder Überlastung des Gesundheitssystems?

In einem vorherigen Post zu Corona hatte ich das Dilemma der Politiker dargestellt, wenn es um die wirtschaftliche Entwicklung angesichts der Pandemie geht (hier). Aber die politischen Entscheidungsträger stehen vor einem weiteren Dilemma, diesmal medizinischer Art:

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Coronavirus – Tests als Nadelöhr

Für die (politischen) Entscheidungen wäre ein aktuelles und einigermaßen korrektes Lagebild durchaus wünschenswert, um es vorsichtig auszudrücken. Bei der aktuellen Corona-Pandemie wird das Lagebild vorrangig durch die Zahl der Neu-Infizierten und Toten bestimmt. Diese Bestimmung erfolgt über Tests. Ergo, um mal DIE WELT zu zitieren: „Wichtig für das Lagebild: Möglichst viel testen„. Nur so kann man Fehlentscheidungen vermeiden. Wie sieht es aber mit den Testmöglichkeiten, vor allen Dingen in Deutschland, als Basis aller Entscheidungen aus?

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Corona – Exponentialismus in der Praxis

Auf Grund der dynamischen Entwicklung des nun auch offiziell von der WHO als Pandemie eingestuften Corona-Ausbruchs (hier), ist es aktuell nicht möglich, „belastbare“ Zahlen bezüglich Infizierten, Kranken und Sterberate zu liefern. Ein Freund von mir (ja, Steffen, von dir ist die Rede), alt, weiß und mit Vorbelastung „gesegnet“, modelliert sich derzeit – ganz Naturwissenschaftler – einen Wolf an irgendwelchen Excel-Tabellen, mit denen er den Verlauf der Epidemie hochrechnet. Muss eine Art von morbider Faszination sein, aber ok, wie sagt Schatzi immer: „Jede Jeck is anders!“ Aber, auch wenn alle Zahlen derzeit mit Vorsicht zu genießen sind, so kann man auch als einfacher Blogger (und bekennender Nicht-Natur-Wissenschaftler) aus den bisherigen Entwicklungen in verschiedenen Ländern zumindest erste Hypothesen ableiten:

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Corona – ein klassisches Dilemma für Politiker

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die „Frage aller Fragen“ beim Coronavirus die, wie sich die Konjunkturkurve unter dem Einfluss des Virus entwickelt, „V“, „U“ oder „L“ sind hier die diskutierten Synonyme (s. nur hier). Das Coronavirus hat nun das Zeug für eine klassische Tragödie, stürzt es die Politik(er) weltweit doch in ein Dilemma zwischen dem Schutz der Menschen und dem Schutz der wirtschaftlichen Entwicklung (die aber wiederum auch dem Menschen dienen sollte). Und – wie es sich für ein „gutes“ Dilemma gehört – ist keiner der sich aktuell abzeichnenden Handlungsverläufe dazu geeignet, wirklich frohgelaunt nach vorne zu schauen:

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Carmageddon – im freien Fall?

Nach dem letzten Carmageddon im Oktober 2019 (hier) hat sich die Lage im Automotive-Bereich nicht verbessert, im Gegenteil schlagen die Wirkungen der generell zurückgehenden Produktions- und Verkaufszahlen nun in Deutschland voll auf die Unternehmen durch. So wird Neue Halberg Guss stillgelegt und Schlemmer stellte noch vor Weihnachten einen Insolvenzantrag (s. dazu näher hier). 

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In eigener Sache: „Wirtschaftsprognose – Nur etwas für „Profis“?

Im Nachgang zu meiner Keynote beim CFIW-Sommerforum (hier) lud mich Herrn Prof. Dr. Brunsch in seine alma mater, der Hochschule Wildau, um dort – in einer Gastvorlesung die in der Keynote nur angerissenen Themen etwas ausführlicher zu behandeln.

Unter der Überschrift „Wirtschaftsprognose – Nur etwas für „Profis“? – Strategische Frühaufklärung – Praktisch“, habe ich dann am 12. November 2019 erneut die Gelegenheit genutzt und interessierten Studierenden neben den Grundzügen der Prognostik auch die aktuelle Wirtschaftslage dargestellt und versucht, in die Glaskugel für 2020 zu schauen.

Vielen Dank an Herrn Prof. Dr. Brunsch für die Ermöglichung des Vortrages und die Studierenden der Hochschule Wildau für die interessante Diskusion!