Morning Briefing 11. Oktober 2018 – Schulden / Vermögen // Inflation // Italien

IMG_5632 (2)(Quelle: Schatzi)

Guten Morgen,

Ist das nun der Beginn des großen Knalls – The BIG One? Oder nur eine absehbare und nötige Korrektur der hohen Börsenkurse? Die Ergebnisse des Vortages und des frühen Morgen (Asien): Dax: -2,2% (hier) Dow Jones: – 3,15% (hier), Nikkei: -3,96 (hier), Shanghai Composite: +0,18 (hier). Es verwundert, dass angesichts des weltweiten Ausverkaufs ausgerechnet die chinesische Leitbörse noch positiv da steht. War da das Plunge Protection Team im Einsatz (s. nur hier)? Oder markiert der Shanghai Composite bereits die Wende in einer kurzen, aber scharfen Korrektur? Das werden die nächsten Tage zeigen. Aber zusammen mit den gestern aufgezeigten Crash-Symptomen am Anleihe-Markt (hier) und dem bereits Ende August aufgezeigten Crash der EM-Währungen (hier) mehren sich nun doch die Anzeichen, dass die Zinserhöhungen und der Bilanzabbau der Fed beginnen, Wirkung zu zeigen. Vielleicht kommt der (wirtschaftliche) Winter doch schneller, als gedacht. 

Heute mal die Themen, mit denen wir mit Sicherheit mehr zu tun haben werden, sollte tatsächlich die große Glocke läuten:

Schulden / Vermögen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/allianz-global-wealth-report-private-schulden-steigen-schneller-a-1230123.html

Ok, zum einen scheinen wir ja zu wissen, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinandergeht. Deswegen kann man davon ausgeben, dass der weitere Reichtum bei den Reichen und die weiteren Schulden bei den Armen angekommen sind. Dementsprechend dürften die Zinssteigerungen auch eher bei den Armen durchschlagen…

Inflation: http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/steigende-preise-das-menetekel-der-inflation-a-1231995.html

Ich finde es ja schon irgendwie komisch: Da werden jahrelang die Zinsen niedrig gehalten, mit der ausdrücklichen Begründung, dass nur so die Inflationsrate steigen werde. Die Inflationsrate stieg aber nur bei Vermögenswerten (wie etwa Hauspreisen, Aktien), nicht jedoch bei den Verbraucherpreisen (zumindest erzählen uns das die Statistiker). Kaum beginnen die Zinsen mal, etwas zu steigen, schon haben wir das „Menetekel“ der Inflation vor uns. Meine bescheidene Meinung dazu: mit steigenden Zinsen wird die Inflationsrate steigen (s. hierzu auch Wolf: https://wolfstreet.com/2018/10/09/why-did-qe-money-printing-not-cause-consumer-price-inflation/)

Italien: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/goldman-die-turbulenzen-bei-italienischen-staatsanleihen-sind-erst-der-anfang/

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/interview-mit-bundesfinanzminister-scholz-schuldenwarnung-italien-kann-seine-verantwortung-nicht-exportieren/23169174.html

Darf in dieser Übersicht natürlich nicht fehlen. Gestern haben sich die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen dann auf über 3,5% festgesetzt (hier). Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis die Euro-Krise wieder aufflammt. Ich kann es gar nicht erwarten, die tollen Erklärungen der Politiker zu hören. Unser Finanzminister baut jedenfalls schon mal vor.

Historisch: 2008: Anlässlich der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellen sich laut Direktor Dominique Strauss-Kahn alle 185 Mitgliedsländer demonstrativ hinter den Aktionsplan der sieben führenden Industriestaaten (G-7) zur Entschärfung der eskalierenden Finanzkrise(https://de.wikipedia.org/wiki/11._Oktober)

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den wieder sonnigen Tag!

Viele Grüsse,

-tz

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