Morning Briefing – 11. Dezember 2017 – Bitcoin // US-Zinsen // Steinhoff

Morning

Guten Morgen,

Der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, der den Dieselskandal zu verantworten hat, doziert erst einmal darüber, dass man die Dieselsubventionen abschaffen sollte, derweil bescheinigt der Chef einer ehemaligen deutschen Volkspartei, die mit einer Unterbrechung von vier Jahren in den letzten 20 Jahren maßgeblich an der Regierung beteiligt war, der anderen ehemaligen Volkspartei, dass sie den Karren in den Dreck gefahren habe.

Was haben diese Beispiele miteinander zu tun? Sie stehen beispielhaft dafür, wie man von seiner eigenen Verantwortung für bestimme Ereignisse und Ergebnisse ablenken kann. Das scheint derzeit groß in Mode zu sein.

Ansonsten war das Wochenende mal eher ruhig – auch was die Wirtschaft angeht, außer bei – na?  klar:

Bitcoin: https://www.welt.de/finanzen/article171462637/Bitcoin-startet-mit-einem-Boom-und-einem-Crash.html

http://www.zerohedge.com/news/2017-12-10/cboe-website-crashes-futures-trading-begins-bitcoin-price-squeezed-10-higher

Auch wenn ich darüber erst Freitag berichtet habe – die „Bitcoin-Saga“ schlägt jeden Tag neue Kapitel auf. Der Handel mit Futures auf Bitcoins zeigt sich als noch volatiler, als der Handel mit Bitcoins selber. Und dass, während ein Großteil der Bitcoins wohl von nur rund 1.000 Personen kontrolliert wird (http://www.zerohedge.com/news/2017-12-08/bitcoin-has-whale-problem-1000-investors-control-nearly-half-market). Das hört sich für mich alles nach „Pump&Dump“ an….

Oder aber nach einer „Replika“ der Silberblase in den 80’ern: https://www.barrons.com/articles/one-of-these-bubbles-is-not-like-the-other-1512764783

US-Zinsen: https://www.ft.com/content/c3c988b0-dd2c-11e7-a8a4-0a1e63a52f9c

https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-12-11/investors-told-to-brace-for-steepest-rate-hikes-since-2006

Janet Yellen  wird wohl am Mittwoch zum Abschied noch einmal die Leitzinsen der Fed anheben (der Korridor liegt dann bei 1,25 – 1,5%) und die Auguren erwarten, dass in 2018 auch zumindest drei Zinserhöhungen folgen werden. Mithin wäre das Zinsniveau der Fed dann Ende 2018 bei bis zu 2,25% angelangt. Es wird spannend, zu sehen, ob der wirtschaftliche Aufschwung so stark ist, dass er diese Zinserhöhung aushalten wird.

Steinhoff: https://viceroyresearch.files.wordpress.com/2017/12/steinhoff-article-viceroy2.pdf

https://wolfstreet.com/2017/12/08/citi-bofa-hsbc-goldman-bnp-on-hook-steinhoff-spirals-down/

Ja, ja, auch hierüber hatte ich Freitag schon berichtet und die Parallelität zu Enron angedeutet, aber nicht ausgesprochen. Andere Medien sind da offener.  Allerdings sind die Dimensionen doch noch etwas andere: Steinhoff hatte seinen höchsten Wert bei knapp USD 15 Mrd. erreicht, während beim Crash von Enron USD 60 Mrd. an Börsenwert vernichtet wurden. Auch die derzeit häufig in der Diskussion und auch von der EZB gehaltene Anleihe hatte „nur“ ein Volumen von USD 800 Mio. Steinhoff wird deswegen genau so wenig die nächste Finanzkrise auslösen, wie Enron die vorletzte – der Konzern könnte nur zum Beispiel für die Übertreibungen im Vorlauf der Krise werden. Ganz anders sieht es in meinen Augen bei Bitcoin aus – das Gesamtvolumen wies bereits bei einem Kurs von USD 11.000,- eine „Marktkapitalisierung“ von USD 181 Mrd. aus (http://www.deraktionaer.de/aktie/iota-ueberholt-bitcoin-mit–284-prozent—blockchain-ist-ueberholt–347480.htm)!

Historisch: 2008: Die United States Securities and Exchange Commission (SEC) erhebt Anklage vor dem US-Bezirksgericht Manhattan gegen Bernard L. Madoff. Der Finanz- und Börsenmakler ist zahlungsunfähig, nachdem sein nach einem Schneeballsystem betriebener Investmentfonds mit etwa 50 Milliarden US-Dollar Schaden zusammenbricht (Aus <https://de.wikipedia.org/wiki/11._Dezember>)

Ich wünsche wie immer einen guten Start in den Tag und in die Arbeitswoche!

Viele Grüsse,

-tz

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