Morning Briefing –18. Januar 2019 – Journalismus Special – die zweite…

Guten Morgen,

Ja, ich weiß, ich sollte meinen Titel „Morning Briefing“ angesichts der ganzen „Specials“ gleich abschaffen. Aber in der letzten Nacht habe ich drei interessante Artikel über die Medienentwicklung in Deutschland gelesen. Wer weiß, vielleicht haben die Nachwirkungen um die Kölner Silversternacht und Relotius doch ein gutes – nämlich mal die Reflexion über die eigene Rolle und Fehler. Gab es sporadisch auch schon vorher mal (s. hier), aber vielleicht wird es jetzt eine Bewegung. Dabei sollte man allerdings unterscheiden zwischen Selbstkritik (Herr Döpfner) und durch vorgebliche Selbstkritik versuchte Ablenkung (Sascha Lobo). Wenn allerdings Verdacht des „relotierens“ bei den öffentlich-rechtlichen auftaucht (WDR, alles unten kommentiert), spricht das (noch) nicht wirklich für die von Herrn Döpnfer angesprochene „Katharsis“. 

Dann man tau:

Lobo: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/verantwortung-des-journalismus-schluss-mit-business-as-usual-a-1248317.html

Schon gut, die Argumentation von Herrn Lobo – zur Abwehr verfassungsfeindlicher, weil Meinungsvielfalt einebnender Staatsgewalt. Die schwäbische Hausfrau würde sich nach diesem explosiven Verweis auf die weltweite Elite der Unterdrücker (die ich teile!) aber vielleicht doch den Hinweis auf das „Kehren vor der eigenen Tür“ erlauben: Es kommt nicht so gut, wenn diese Sätze aus einem Magazin kommt, dass gerade die Wortschöpfung „relotieren“ ermöglicht hat. Denn zu der Berichterstattung über das (vermeintliche oder echte) Böse gehört auch die peinliche Genauigkeit bezüglich der Fakten – und das argumentativ korrekte Aufarbeiten. Wer das nicht liefert, sollte vielleicht nicht so drastisch mit dem Finger auf andere zeigen, sondern zunächst in seinem eigenen Haus für Ordnung sorgen.

Döpfner: https://www.welt.de/kultur/medien/article187009630/Mathias-Doepfner-Luftgewehr-der-Fantasie.html

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/standpauke-von-mathias-doepfner-auswuechse-der-hybris-in-medienbranche/

Wow, der Vorstandschef der Axel-Springer AG, Mathias Döpfner, gibt sich hier aber der Selbstgeißelung hin. Mal schaun, wie „Bildblog“ das findet….

WDR: https://www.sueddeutsche.de/medien/wdr-ein-paar-fuer-viele-lebenslagen-1.4290069

https://www.welt.de/kultur/medien/article187272370/Menschen-hautnah-WDR-gibt-Ungereimtheiten-bei-Doku-Reihe-zu.html

Das kommt nach Relotius und der Diskussion über Beitragserhöhungen „um den Qualitätsstandard zu sichern“ (hier) natürlich nicht soooo gut. Aber da der WDR ja zu den Guten gehört, kann man über so einen kleinen Lapsus schon mal hinwegsehen, oder?

Historisch: 1993: Die erste Ausgabe des deutschen Nachrichtenmagazins Focus erscheint im Burda-Verlag München unter der Leitung von Herausgeber Hubert Burda und Helmut Markwort als Chefredakteur (aus: https://de.wikipedia.org/wiki/18._Januar)

Ich wünsche einen guten Start in den Tag und ein schönes Wochenende!

Viele Grüsse,

-tz

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