Morning Briefing 8. Dezember 2020 – Freihandelszonen

Guten Morgen, 

Angesichts des sich zunehmend als chaotisch abzeichnenden Brexits (hier) heute mal ein paar Gedanken zu Freihandelszonen:

Asien: https://www.handelsblatt.com/politik/international/rcep-asien-einigt-sich-auf-die-groesste-freihandelszone-der-welt-china-baut-einfluss-in-region-massiv-aus/26625620.html

Die größte Freihandelszone der Welt entsteht in Asien

TTIP: https://m.tagesspiegel.de/politik/die-usa-und-europa-ein-neues-ttip-vergesst-die-chlorhuehner-werden-wir-kuehner/26645478.html

War ja klar, dass die CDU direkt wieder für TTIP trommelt und nen Scheiss von Chlorhühnchen faselt, aber das eigentliche Problem der Schiedsvereinbarungen unter den Tisch fallen lässt (s. dazu schon hier)…..

Brexit: https://www.spiegel.de/wirtschaft/brexit-brutal-diese-neun-dinge-passieren-wenn-es-hart-kommt-a-b727d4d9-ebfe-45c3-8dc0-aec3aaa1e7f0

…und dabei könnte die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin der berühmt-berüchtigte letzte Tropfen gewesen sein, der eine Mehrheit der Briten 2016 dazu gebracht hat, aus einer der bis dato größten Freihandelszonen der Welt „auszusteigen“, nichts anderes war die EU zumindest mal, bevor sie mittlerweile in einer Hybris erstickt, die sie sogar dazu treibt, über den Bleigehalt in Jagdmunition (hier) abzustimmen. Das ist zwar immer noch besser, als über den Krümmungsgrad von Bananen zu befinden, ABER es zeigt, in welche Detailtiefe die EU geht. Zu versuchen, der Komplexität der Lebensverhältnisse mit Detailentscheidungen zu begegnen, ist zum Scheitern verurteilt – wie der sozialistische Ostblock fulminant bewies. Und der Nachweis, dass China es mit seinem Staatskapitalismus besser macht, steht auch noch aus…

Fazit: Bevor der geneigte Besserwisser und Kofferträger aus den vorgeblich konservativen Kreisen also mit dem mahnenden Zeigefinger gen Osten blickt, um dann im Westen eine Freihandelszone aus dem Horror-Kabinett von Milton Friedman zu implementieren, sollte er mal auf seinen eigenen (europäischen) Bauchnabel schauen und EUROPA wieder in Schwung bringen. „Entschlacken“ wäre dafür vielleicht ein passendes Mantra. So herrlich alt und unaufgeregt.

Historisch: 2005: Ein Börsenhändler in Tokio erhält den Auftrag, eine Aktie der Zeitarbeitsfirma J-Com zum Preis von 610.000 Yen zu verkaufen. Er gibt jedoch stattdessen eine Order über 610.000 Aktien zum Preis von einem Yen in sein Handelssystem ein und richtet mit dem „teuersten Tippfehler der Welt“ einen Schaden von ca. 300 Millionen Euro an (Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/8._Dezember)

Keep calm and carry on!

-tz 

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