Morning Briefing –21. Februar 2020 – China-Special

Guten Morgen,

76.727 / 2.247 – so der aktuelle Stand Infizierte/Tote durch den Coronavirus. Seitdem die chinesische Regierung eine neue Zählvariante anwendet (hier), fällt die (offizielle) Zahl der Neuinfektionen in China – während es scheinbar in Südkorea gerade so richtig losgeht (hier). Eine konkrete Antwort auf die Frage, wann die Epidemie ihren Höhepunkt erreicht, umgeht die NZZ in dem Artikel hier – verdeutlicht aber auch, warum es keine konkrete Antwort geben kann.

Passend dazu heute ein paar China-Highlights:

Automarkt: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/coronavirus-chinas-automarkt-bricht-in-der-ersten-februarhaelfte-um-92-prozent-ein/25569274.html

Nachdem die Verkaufszahlen – den 19 Monat in Folge – bereits im Januar 2020 um weitere 18% eingebrochen waren (hier), dürften die Zahlen für Februar noch vernichtender werden.

HNA: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/chinesischer-mischkonzern-hna-weist-bericht-ueber-moegliche-verstaatlichung-zurueck/25562992.html

Über das seit letztem Jahr strauchelnde Industriekonglomerat hatte ich ja schon mehrfach (hier) berichtet. Derzeit wird die chinesische Regierung eine Pleite nicht erlauben – und den Virus vielleicht auch als willkommene Gelegenheit sehen, das Unternehmen zu verstaatlichen.

PBOC: https://www.zerohedge.com/markets/china-injects-record-5-trillion-new-debt-arrest-economic-crash

Angesichts der sich abzeichnenden Wirtschaftsschwäche Chinas ist es verständlich, dass die chinesische Zentralbank liquide Mittel in den Markt pumpt, um die Wirtschaft zu stabilisieren. Aber ein Betrag von – und jetzt festhalten – USD 725 Milliarden (!) alleine im Januar lässt doch erahnen, wie schwer die durch den Virus ausgelösten wirtschaftlichen Probleme sind. Und das dürfte für den Februar nicht besser aussehen.

Fazit: Wie alles, so können auch diese kleinen „Highlights“ nicht im Ansatz die aktuelle Situation der chinesischen Wirtschaft erfassen. Aber alleine der Betrag der liquiden Mittel, die Peking derzeit in den Markt pumpt (rund die doppelte Summe des deutschen Bundeshaushaltes für 2020!) macht deutlich, dass die chinesische Regierung die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus sehr ernst nimmt. Die Zahlen der Autoverkäufe im Land der Mitte zeigen, dass diese Sorgen auch nicht unberechtigt sind. Und mittlerweile gilt : „Wenn China hustet, bekommt der Rest der Welt eine Grippe.“ Davon ausgehend, wäre es reine Augenwischerei zu meinen, dass die Weltwirtschaft keine oder nur geringe Auswirkungen durch die Epidemie zu befürchten hätte. Das Ausmaß der Schäden wird davon abhängen, wann die Neu-Infektionen ihren Höhepunkt überschreiten. Und: es wird natürlich auch einen Nachhol-Effekt der Wirtschaft geben. Die Frage ist, wann kommt der und wie stark wird er sein?

Historisch: 1996: Die traditionsreiche Werft Bremer Vulkan stellt einen Vergleichsantrag, der Konkurs folgt wenige Monate später (Aus <https://de.wikipedia.org/wiki/21._Februar)

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag und ein erholsames Wochenende!

Viele Grüsse,  

-tz 

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