Morning Briefing 20. Februar 2020 – Schuldscheine // Unternehmens-Anleihen // Leveraged Loans

Guten Morgen,

Der DAX beendet den gestrigen Handelstag mit einem neuen Rekordstand (hier), während gleichzeitig der Goldpreis auch auf ein neues (Zwischen-) Hoch steigt (hier). Wie geht das zusammen? Ganz einfach: Die „Investoren“ optimieren Dank Zentralbankgeld ihre Profite, während sie gleichzeitig (mit den Gewinnen) in Gold „investieren“ – und möglicherweise jetzt auch gewinnen. Aber im Zentrum dieser „Hausse“ steht der Glaube an den heiligen Gral der stetigen Intervention der Zentralbanken. In diesem Sinne sind dann „bad news“ (Coronavirus) „good news“, denn es wird als sicher „vorausgesehen“, dass die Zentralbanken wieder weitere Milliarden in den Markt pumpen werden.

Derweil crasht die „Realwirtschafft“, aber sowas von: Japans BIP bricht im vierten Quartal um über 6% ein (hier und hier), über Boeing, GM und Ford hatte ich gestern schon berichtet (hier) und Apple haut auf Grund des Coronavirus eine Gewinnwarnung raus (hier). Und: die Zinskurven für dreimonatige und zehnjährige US Staatsanleihen sind erneut invers (hier).

Passend dazu heute mal wieder ein schlecht verkapptes „Unternehmens-Verschuldungs“-Special:

Schuldscheine: https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/schuldscheine/autobranche-treibt-den-schuldscheinmarkt-2050751/

„Die Kernfrage lautet, wie hoch die Qualität speziell der ungerateten Schuldscheine in einem widrigen Konjunkturumfeld wirklich ist.“ – ja, die Antwort darauf dürfte tatsächlich interessant sein…

Unternehmens-Anleihen: https://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article205951497/OECD-warnt-Schrottanleihen-ueberschwemmen-Bondmarkt.html

Und wieder eine Warnung vor den Unmengen an Schrottanleihen, die von Unternehmen derzeit ausgegeben werden – wer wird sie hören?

Leveraged Loans: https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2020-02-18/the-cov-lite-fight-in-leveraged-loans-is-lost

Tja, auch dieser Markt ist leider „heiß“…

Fazit: Völlig aus dem Ruder gelaufene Unternehmensverschuldung trifft auf eine sich (rasch?) abkühlende Wirtschaft. Sauber.

Ich kann nicht mal mehr prophezeien, wohin das Ganze noch geht, prognostizieren schon erst recht nicht mehr. Es ist der komplette Irrsinn! Aber: wenn irgendeiner der aktuell herrschenden Klasse und Elite nach dem Crash kommt und sagt, „dass konnte aber keiner voraussehen“, dann…., ja was dann eigentlich? Tja, dann mache auch ich wohl nur noch dicke Backen… So sieht Hilflosigkeit aus….

Historisch: 1811: Österreich erleidet einen Staatsbankrott. Das umlaufende Papiergeld wird aufgrund eines Finanzpatents von Kaiser Franz I. nur noch zu einem Fünftel seines Werts umgetauscht (Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/20._Februar)

Ich wünsche einen guten Start in den Tag!

Viele Grüsse,  

-tz 

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