Morning Briefing – 10. September 2018 – Krisen-Special

IMG_5632 (2)(Quelle: Schatzi)  

Guten Morgen,

Während die Schweden, sagen wir mal, „rechtskonservativ“ wählen (hier), doziert SPON in einem recht verschwurbelten Artikel die „Krise der Konservativen“. Ok, „wishful thinking“ oder wie nennt man sowas? Aber vielleicht sind ja die Rechten genau so unerkannt in der Krise, wie die Wirtschaft? 

Schon deswegen heute (wieder) einmal ein Krisen-Special. Ja, ja, ich weiß, Sie können es schon nicht mehr hören oder lesen. Aber, was soll ich Ihnen sagen? Die Medien sind derzeit voll davon – entweder, weil sie sich mit wohligem Schauern am zehnjährigen Jubiläum der Lehman-Pleite ergötzen (hier) oder weil sie tatsächlich davon ausgehen, dass wir die Krise „jetzt aber wirklich“ vor der Tür steht (dazu unten; oder schlicht, weil mir Geschäftspartner die entsprechenden Artikel mittlerweile in erhöhter Frequenz zuschicken!) Ich glaube ja durchaus ein Wiederaufflammen der Krise und das seit vielen Jahren, weil ich denke, dass die damalige Finanzkrise nie überwunden, sondern nur Feuer mit Feuer bekämpft wurde – und wir demnächst vor dem Aschehaufen einer angeblich gesunden Wirtschaft stehen. Aber: ich lasse mich gerne eines besseren belehren!

Krise: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/william-white-warnt-vor-neuer-finanzkrise-die-noch-viel-schlimmer-waere-a-1227041.html

Die von mir hochgeschätzte Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt seit Jahren vor den Folgen der überbordenden Verschuldung (s. nur hier). Wenn also nun der ehemalige Chef-Ökonom der BIZ vor einem erneuten Crash warnt, dann mag das zwar in den Zeitgeist passen – und die Medien geben ihm und der BIZ wieder Raum, aber eigentlich haben beide nie aufgehört, vor einem Wiederaufflammen der Finanzkrise zu warnen.

Krise:  https://www.welt.de/finanzen/article181426442/Finanzblase-Experten-warnen-vor-der-naechsten-Finanzkrise.html    (Danke, msc)

Die von Herrn Stocker zitierte Meinung von Daniel Kerbach, der keine Blase erkennen kann („Aktien sind nicht besonders hoch bewertet, die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren zwar gestiegen, allerdings eher moderat. Die Kreditvolumina sind ebenfalls nicht übertrieben hoch.“) halte ich für schon fast aberwitzig – und empfehle dazu nicht nur das sogleich folgende Interview mit Michael Pento, sondern auch z.B. einen Blick auf den Case-Shiller-Index zur Immobilienpreisentwicklung in den USA (hier), der mittlerweile höher als zu Zeiten der letzten Finanzkrise notiert (s. dazu auch die aktuellen Beobachtungen von Wolf of Wolfstreet zum Einbruch in einigen lokalen US-Immobilienmärkten (hier). Da teile ich doch eher die Ansicht des ebenfalls zitierten Thomas Meyer….

Krise: https://www.goldseiten.de/artikel/387964–Michael-Pento~-Das-Platzen-der-globalen-Schuldenblase-ist-unvermeidlich.html  (Danke, Alex)

Sehr richtig weist Mike Pento in dem Interview darauf hin, dass der Fremdwährungsmarkt (FX-Market) wesentlich größer ist, als der Anleihen-Markt und dieser wiederum wesentlich größer, als die Aktienmärkte – was die gehandelten Volumina angeht. Wenn man diesen Umstand im Hinterkopf behält und sich dann die auch an dieser Stelle schon mehrfach kommentierten Verwerfungen der Währungen diverser Länder (Türkei, Argentinien, Brasilien, Russland, Südafrika, Iran, um nur einige aktuelle Brandherde zu nennen), dann kann man sich ausrechnen, dass diese Volatilität sehr große Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben wird – weit über die betroffenen Länder hinaus!

Historisch:1919: Der Friedensvertrag von Saint-Germain-en-Laye wird unterzeichnet. Er regelt nach dem Ersten Weltkrieg die Auflösung des Kaiserreiches Österreich-Ungarn und die Bedingungen für die neue Republik Österreich. Unter anderem darf der Name Deutschösterreich nicht mehr geführt werden, auch wird der Anschluss an die Weimarer Republik verboten (aus: https://de.wikipedia.org/wiki/10._September)

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag und in die Arbeitswoche!

Viele Grüsse,

-tz

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