Morning Briefing –31. Juli 2018 – China Special

By: Will Clayton
By: Will Clayton

Guten Morgen,

So, da ist er nun, der wohl heißeste Tag des Jahres (hier). Dann wollen wir es mal – ganz hitzekonform – langsam angehen lassen. Die üblichen Artikel über die Kleider-Etikette an solchen Tagen geistern schon durch die Gazetten („Das Sacko bleibt an und die Krawatte geschlossen!“ – eben mal nicht, s. den erfrischen Artikel hier). 

Während ich den Startpunkt des nächsten Crashes durch einen Absturz des US-Automobilmarktes prognostiziere („Carmageddon“, s. hier), sieht der Senior-Partner „meiner“ Unternehmensberatung China als Startpunkt der nächsten Weltwirtschaftskrise.  Auch wenn ich das nicht so sehe (wozu ich hier was geschrieben habe), sprechen die nachfolgenden Artikel über das Reich der Mitte doch nicht unbedingt für einen ungebrochenen Wachstumskurs. Auch klassische Indizes goutieren diese Entwicklung nicht: so ist der Shanghai Composite Index binnen Jahresfrist um 12,3% gefallen (hier) und der Shanghai Containerized Freight Index erreicht auch längst nicht mehr die in den Vorjahren gesehenen Sommer-Höchststände (hier). Wie auch die nachfolgenden Artikel zeigen, liegen also einige Indikatoren für eine Wirtschaftskrise in China vor. Ob die Wirtschaft tatsächlich crasht, ist aber eine ganz andere Frage. Eines ist aber sicher: Wir werden die Entscheidung dieser Frage „live und in Farbe in der ersten Reihe erleben“. Bis dahin, viel Spass!

USA / China: https://ymlp.com/zMLpME

Als „Starter“ ein interessantes Chart vom Economic Research Council, das Aufschluss über den strukturellen Wandel der Exporte Chinas in die USA gibt. Fazit: Nicht nur, dass die chinesischen Exporte in die USA in den letzten 20 Jahren um durchschnittlich 11,6% zugenommen haben, nein, der Anteil gerade von Hochtechnologie hat entscheidende Anteile gewonnen – und damit korreliert zumindest ein Mitarbeiterschwund im produzierenden Gewerbe der USA. Ein Handelskrieg mit den USA würde China also empfindlich treffen.

China: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Peking-balanciert-auf-der-Kredit-Klippe-article20537774.html

Die Schuldenblase in China ist seit Jahren bekannt – und nun scheint es erste nennenswerte „Opfer“ zu geben. Auch wenn die Summen gigantisch sind, so würde ich immer noch sagen, dass die Reserven der chinesischen Regierung noch größer sind – und sie so einen Crash vermeiden kann. Aber, wer weiß!

China: http://www.spiegel.de/wirtschaft/china-rueckschlag-fuer-grossprojekt-neue-seidenstrasse-a-1218361.html

Das Prestigeprojekt der chinesischen Regierung – wohl auch zur Fortsetzung des Wachstumskurses – stottert. Aber: nur weil es zu (bei einem Projekt dieser Größenordnung erwartbaren) Problemen kommt, sollte man nicht gleich in den Abgesang einstimmen.

Historisch: 1914: Die deutsche Reichsbank stellt das Einwechseln von Banknoten oder Scheidemünzen gegen Hergabe von Goldmark ein, um den staatlichen Goldbestand zu schonen. Wegen Kriegsängsten ist die Nachfrage der Bevölkerung nach Bargeld deutlich angestiegen (aus: https://de.wikipedia.org/wiki/31._Juli)

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag! Trinken Sie viel und gehen Sie ein Eis essen!

Viele Grüsse,

-tz

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