Morning Briefing – 8. Januar 2020 – Kiel // Gießen // Maastricht

Guten Morgen,

Für die Beurteilung, ob „Nach Irans Vergeltung ein heißer Krieg mit den USA droht„, wie das Handelsblatt meint, oder ob der Angriff des Iran auf amerikanische Stützpunkte im Irak tatsächlich „ein Zeichen der Entspannung“ sei, wie Herr Asselborn in der Welt meint, ist es noch zu früh. Deswegen überlasse ich die Beurteilung Ihnen, meinen Lesern. 

Nachdem gestern eine „IT-Panne“ den Wertpapierhandel bei 1288 Banken (!) lahm legte (hier),  richten sich die bangen Blicke wieder auf die Sicherheit im und des Internet. Nicht zu Unrecht, wie das folgende schlecht verkappte „Cyber Crime Special“ zeigt.

Die Hacker werden intellektueller – zumindest greifen sie jetzt nicht mehr nur Stadtverwaltungen (wie die in Frankfurt, hier) oder Verfassungsorgane (wie das österreichische Außenministerium, hier) an – sondern auch Universitäten, wie die nachfolgende Auflistung zeigt:

Kiel: https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/universitaet-kiel-wird-von-cyber-attacke-gelaehmt-a-1296330.html

Die Uni Kiel war bereits im November Ziel einer massiven DDoS-Attacke – bei der die Server durch zahllose Anfragen schlicht überlastet werden.

Gießen: https://t3n.de/news/moeglicher-hackerangriff-uni-1231912/

https://www.giessener-allgemeine.de/giessen/nach-hackerangriff-giessen-schadsoftware-einen-namen-noch-schlimmeres-verhindert-zr-13281448.html

Bei der Uni Gießen kam dagegen eine Schadsoftware namens „Ryuk“ zum Einsatz.

Maastricht: https://www.krone.at/2069864

Bei der Uni Maastricht kam dagegen eine Ransomware ungenannter Provinienz zum Einsatz.

Fazit: Wie auch bezüglich der Situation im Iran, so ist derzeit nicht abschätzbar, ob Universitäten besonders gefährdet sind (meines Erachtens auf Grund der Vielzahl „ungesteuerter“ Benutzer ja oder ob dies systematische Angriffe waren. Dagegen spricht, dass in allen drei Fällen scheinbar verschiedene Modus Operandi benutzt wurden. Berücksichtigt man allerdings, dass z.B. dass „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ (BSI) scheinbar Prüfberichte über Sicherheitsprobleme in einer Verschlüsselungssoftware zurückhielt (hier), dann wird deutlich, dass bei der vielbeschworenen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Internet-Kriminalität noch hinreichend Luft nach oben ist.

Historisch: 1889: Herman Hollerith meldet das Patent für ein System zur Verarbeitung von Lochkarten an und begründet so die maschinelle Datenverarbeitung (Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/8._Januar) – Passend zum Tag!

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag!

Viele Grüsse,  

-tz 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.