Morning Briefing 10. Januar 2018 – China Special

Guten Morgen,

Die „Blackbox“ China habe ich an dieser Stelle in letzter Zeit wohl eher unbewusst nicht näher beleuchtet (zuletzt MB vom 18. September 2018, hier). Natürlich zu Unrecht, denn das Land hat nicht nur seine ganz eigene Dynamik, sondern auch nicht hoch genug einzuschätzende Wirkungen auf den Rest der Welt.

Dass sich das chinesische Wirtschaftswachstum nach dreißig Jahren Dauer-Rekordwachstum abkühlt, ist ein offenes Geheimnis und manifestiert sich aktuell am Einbruch der Verkaufszahlen von PKW’s, die erstmals seit zwanzig Jahren, dann aber gleich um 19 %(NEUNZEHN!) gesunken sind. Auch steigen zwar die Immobilienpreise in China noch (hier), aber der chinesische Markt zeigt insgesamt Überhitzungssignale (hier). Wie geht es also weiter im Reich der Mitte? 

Politik: https://www.bloomberg.com/news/features/2018-12-15/president-xi-jinping-s-next-moves-dictate-china-s-economic-future

https://www.welt.de/politik/ausland/article185739174/Xi-Jinping-Diese-Rede-laesst-alle-Hoffnung-auf-eine-Oeffnung-Chinas-platzen.html

https://www.sueddeutsche.de/politik/china-wirtschaft-krise-kp-1.4275663

Sowohl Bloomberg als auch Die Welt als auch die Die Süddeutsche (!) stimmen darin überein, dass der chinesische Staatschef Xi versucht, die unter Deng Xiaoping vorsichtig geöffnete Tür zur Privatwirtschaft wieder zu Gunsten der Parteiherrschaft zu schließen. Dies dürfte nicht nur ideologische Gründe haben, sondern auch der Bekämpfung der Geldabflüsse aus China dienen. So brechen die Immobilienpreise an der Westküste der USA und in Australien wohl unter anderem deswegen ein, weil die chinesischen Investoren ihr Geld wohl nicht mehr so problematisch aus dem Mainland herauszubekommen (s. die aktuellen Berichte bei Wolfstreet, zuletzt hier).

Rezession?: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/globale-folgen-einer-rezession-in-china/

Auch in der chinesischen Volkswirtschaft mehren sich die Anzeichen für eine Rezession – und das dürfte entgegen der offiziellen Lesart nicht nur am Handelskrieg mit den USA liegen. Die Folgen für die Weltwirtschaft wären aber so oder so katastrophal – agierte China doch in der letzten Krise als „Lokomotive der Weltwirtschaft“.

Rettung?: https://www.zerohedge.com/news/2019-01-09/shanghai-accord-20-coming

Die Kommunistische Partei Chinas hat natürlich kein Interesse an einer Rezession, denn Proteste wegen einer sich abschwächenden Wirtschaft (s z.B. hier) kann die Partei gerade zum 30. Jubiläum des Tian’anmen-Massakers wahrlich nicht gebrauchen.

Deswegen ist eine Neuauflage des angeblichen sog. „Shanghai Accords“ der G7 Staaten und China im Jahre 2015 (hier), der zu einer Aktienrally in 2016 führte, genau so denkbar, wie ein Alleingang der chinesischen Regierung. Angesichts schon der hohen Devisenreserven von über USD 3 Billionen (hier) dürfte der chinesische Staat über genug Mittel verfügen, um mit fiskalischen (oder monetären) Maßnahmen die Wirtschaft über der Nulllinie zu halten.

Historisch:1990: Der Computerhersteller Nixdorf wird von Siemens übernommen (aus: https://de.wikipedia.org/wiki/10._Januar)

Ich wünsche einen guten Start in den Tag!

Viele Grüsse,

-tz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *