Morning Briefing – 29. November 2018 – GE // GM // Leveraged Loans

IMG_5632 (2)(Quelle: Schatzi)

Guten Morgen,

Knickt der Chef der US-Fed, Jeromy Powell, ein und gibt den „Heulsusen“ von der Wallstreet, was sie wollen – nämlich einen Stopp der Zinserhöhungen? Zumindest legen die Auguren die Erklärung von Mr. Powell – der aktuelle Zinssatz sei „kurz vor einem neutralen Niveau“ („just below the broad range of estimates of the level that would be neutral for the economy“, näher hier) so aus und trieben die Aktienkurse höher (hier) – Der Dow Jones schloss 2,5% höher. Entgegen meiner Erwartung, dass dieses Statement dann auch ein Kurs-Feuerwerk in Asien auslösen würde, zeigten sich die Börsen dort eher unbeeindruckt (hier). Die eine Frage ist nun, ob dem Statement tatsächlich Unterlassungen folgen, sprich die Fed die Zinsen nicht oder nicht mehr so schnell erhöht. Die andere Frage ist, ob das angesichts der laufenden Marktkorrekturen noch Auswirkungen auf eine Abschwächung der Wirtschaft hat. Bei GE und GM kann man das bezweifeln…. 

Es lässt sich trefflich drüber streiten, ob beide Unternehmen Opfer eines Schneeballsystems geworden sind (so hier). An diesen (ehemaligen) Giganten der US-Industrie sieht man aber, dass unsere Altvorderen mit dem Verbot des Erwerbs oder der (Unterstützung der) Finanzierung für den Aktienerwerb (s. hier) doch nicht so falsch gelegen haben könnten…

GE: https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/stelter-strategisch-ge-steht-symptomatisch-fuer-die-krise-des-systems/23663086.html

https://www.zerohedge.com/news/2018-11-26/why-ge-tumbling-again

Das ich solche Schlagzeilen mal lesen muss, hätte ich auch nicht gedacht – „Neutron“ Jack (Welch) wird das gerade alles nicht so gut finden. Ich würde mal auf ein Chapter 11-Verfahren im 2. Halbjahr 2019 tippen (s. dazu auch unten).

GM: https://wolfstreet.com/2018/11/26/gm-after-14-bn-share-buybacks-prepares-for-carmageddon-shift-to-evs-cuts-workers-closes-8-plants/

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/us-autobauer-mary-barra-baut-gm-drastisch-um-mehr-als-10-000-jobs-werden-gestrichen/23682840.html?ticket=ST-2446099-qjmVKH1po1aQ3Sm13paU-ap1

Das war absehbar. Mit einer reinen bilanziellen Entschuldung (wie 2009 geschehen, s. näher hier) ist es bei einer Sanierung nie getan – schon gar nicht bei der in einer Dauerkrise befindlichen Automobilindustrie. „Chapter 22“ dürfte auch hier im 2. Halbjahr 2019 näher rücken (s. dazu gleich zur Erläuterung bei Leveraged Loans)…

Leveraged Loanshttps://www.zerohedge.com/news/2018-11-27/leverage-loan-market-hits-brick-wall-four-deals-get-pulled

Und zwar auch, weil der Markt für „Leveraged Loans„, also der Markt für Darlehen an schon hoch verschuldete Unternehmen gerade zumindest stockt. Selbst wenn die Fed den Leitzins nicht weiter erhöht, dürfte dennoch nunmehr auch in diesem Markt eine andere Risikobepreisung stattfinden – so dass GE und GM selbst dann, wenn ihnen Refinanzierungen gelingen, im Zweifel höhere Zinsen zahlen dürften. Das führt dann zu einem Anstieg des WACC (s. hier) – und das zu einem schlechteren Rating. Derzeit sehe ich nicht, was diesen Teufelskreis beenden sollte – zumal die Zinsen ja nicht nur im historischen Vergleich, sondern auch z.B. im Vergleich mit den Emerging Markets immer noch niedrig sind.

Historisch: 1946: In Mainz wird mit französischer Lizenz die Allgemeine Zeitung gegründet. Aus ihrer Redaktion wechselt ein Teil der Crew im Jahr 1949 zur Gründung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung  (aus: https://de.wikipedia.org/wiki/29._November)

Ich wünsche einen guten Start in den Tag!

Viele Grüsse,

-tz

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