Morning Briefing – 7. November 2017 – Fed // China // Italien

Morning

Guten Morgen,

der Nahe Osten schafft es heute mal wieder auf S. 1 der Presse – nachdem in Saudi Arabien das Großreinemachen unter den -zigtausend Prinzen begonnen hat, bekämpft man im Libanon auch gleich die äußeren (imaginären?) Feinde. Das mag noch kein Flächenbrand sein, Auswirkungen auf den Ölpreis hat es aber auf jeden Fall – der stieg gestern nämlich auf ein Zwei-Jahres-Hoch (hörte ich da jemanden „Inflation“ rufen?). Und die Paradies-Paper liefern „erquickenden“ Lesestoff – der von Herrn Augstein im Spiegel denn auch treffend kommentiert wird.

Auch wenn die Welt sich erstaunlich schnell dreht, bin ich gestern Abend doch wieder an Artikeln über viele „alte Bekannte“ hängengeblieben – Fed, China und Italien. Klar ist, dass im Falle einer Krise gerade auch diese Länder und Institutionen (gewollt oder ungewollt) Treiber der Entwicklung sein werden. Ein Blick auf diese Player lohnt also eigentlich immer:

Fed: https://wolfstreet.com/2017/11/05/this-new-fed-could-be-off-the-charts-dudley-to-quit-5-vacancies-on-the-fomc/

Erneut hat ein Mitglied eines der Gremien des „Federal Reserve Systems“, also der US-Notenbank, kurz „Fed“ genannt, den Bettel hingeschmissen. Diesmal handelt es sich um William Dudley aus dem für das Quantitative Easing zuständigen Federal Open Markets Committee (FOMC). Damit sind neben den drei freien Stellen im Board nunmehr eine mehr im FOMC „frei“. Die im FOMC wird von Präsident Trump besetzt, die im FOMC von der New Yorker Zentralbank.

Auch mit dem Hinweis auf meinen gestrigen Post, wonach die zeitliche Nähe zwischen dem Auslaufen des QE und Mario Draghi’s Amtszeitende vielleicht nicht so ganz zufällig ist, erscheint es nicht ganz weit hergeholt, dass einige Personen nicht mit dem Ausbruch der nächsten Krise in Verbindung gebracht werden wollen – und entweder die Sause so lange am Laufen halten, wie sie im Amt sind (Draghi) oder das Schiff verlassen, sobald es dem Eisberg zu nahe kommt (Dudley).

China: http://www.zerohedge.com/news/2017-11-05/chinas-zhou-warns-sudden-complex-hidden-contagious-hazardous-risks-global-markets

Erst kürzlich hatte ich mich ja über darüber ausgelassen, dass es in China in nächster Zeit nicht zu einer Krise kommen wird (hier). Scheinbar teilt der Gouverneur der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan meine Einstellung nicht. Denn, nachdem er während des letzten Parteikongresse noch vor einem „chinesischen Minsky Moment“ gewarnt hatte, legt er jetzt noch einmal nach und warnt vor „plötzlichen, komplexen, versteckten, infektiösen und insgesamt gewaltigen“ Risiken. Im Endeffekt warnt auch er vor zu hohen Schuldenständen. Ich kann nicht beurteilen, ob das ein Weckruf oder ein Ablenkungsmanöver sein soll („sieh Herr Donald, wir sind wirtschaftlich gar nicht so stark…“).

Italien: https://wolfstreet.com/2017/11/05/financial-storm-clouds-gather-over-italy/

Interessant an dem Artikel ist neben der Auflistung, warum es Italien so schlecht geht, auch der Hinweis auf potentielle Verfehlungen von Mario Draghi in seiner Zeit als italienischer Zentralbankchef.

Historisch: 1957: Mit Beginn der Nullserie rollt im VEB Automobilwerk Zwickau der erste Trabant P50 vom Band (Aus <https://de.wikipedia.org/wiki/7._November>)

Ich wünsche wie immer einen guten Start in den Tag und ein schönes Wochenende!

Viele Grüsse,

-tz

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