Morning Briefing – 2. Juli 2021 – Leadership – im Guten wie im Schlechten

Guten Morgen

So, für heute hatte ich ja im Nachgang zu meinem Sicherheitsspecial gestern (hier) eigentlich ein Russland-Special angekündigt. Aber heute ist Freitag – sprich, ich sollte mich mal aus dem Alltagstrott lösen. Zudem konnte man in dieser Woche wieder einige Momente von „Leadership“ erleben, positiv wie negativ. Deswegen heute mal wieder ein entsprechendes Special dazu (zuletzt hier):

Müller: https://www.linkedin.com/posts/esmuellert_euro2020-engger-wembley-activity-6815903269957726209-tCJw

Thomas Müller hat nach dem Ausscheiden der DFB-Elf mit einem beeindruckenden Statement Verantwortung übernommen – auf den gängigen Social Media Kanälen und sich somit auch der Möglichkeit eines Shit-Storms ausgesetzt. Respekt, Hut ab.

Löw: https://www.rtl.de/cms/em-2021-im-ticker-angela-merkel-nach-deutschem-em-aus-enttaeuscht-und-ein-bisschen-traurig-4775134.html

Derweil lieferte der nun ex-Bundestrainer Herr Löw nicht nur nach dem Ausscheiden der Nationalelf ein negatives Beispiel für Leadership, indem er als erster in der Kabine verschwand, während die Spieler noch hilflos auf dem Platz trauerten. Keine Worte des Trostes, etc. Aber auch beim ersten Spiel gegen Frankreich packte er schon vor Schluss seine Sachen. Was setzt das für Zeichen für die Mannschaft?

Mercedes: https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/daimler-eine-kultur-der-rechtlosigkeit-etabliert/27298454.html

Wow, der hier diskutierte „Kulturwandel“ bei Daimler deckt sich genau mit der Amtszeit von „Mr. Turnschuh“, Herrn Dieter Zetsche (hier), oder?

Bundeswehr: https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/so-darf-man-afghanistan-heimkehrer-nicht-behandeln-17417266.html

Kein Politiker, nirgends. Nach meinen Informationen war aber auch kein hochrangiger General zugegen, als die letzten Soldaten aus Afghanistan zurückkehrten – nach dem längsten und verlustreichsten Einsatz, den die Bundeswehr je absolviert hat. Die Verteidigungsministerin weilte in Washington. Sagt auch mehr aus über die Führung der Bundeswehr als jedes noch so schön einstudierte Statement.

Anspruch: https://www-manager–magazin-de.cdn.ampproject.org/c/s/www.manager-magazin.de/unternehmen/fuehrungskraefte-hochstapler-sind-die-chefs-die-wir-verdienen-a-9501c16f-6f37-402d-950f-2e3a52ba4b5e-amp

„Wenn wir nicht bald anfangen, an unsere Führungskräfte höhere ethische Ansprüche zu stellen und diese dann auch durchzusetzen, bekommen wir genau die Chefs, die wir verdienen. In der Politik ebenso wie in der Wirtschaft.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Fazit: Diese Woche bot sogar noch mehr Anschauungsmaterial in Sachen „Bad Leadership“ – Frau Merkels Nichtauftritt nach dem Amoklauf in Würzburg, Frau Baerbocks Einschaltung von Anwälten nach „Baerplag“, um nur einige zu nennen. Aber ich glaube es reicht, um sich ein Bild der derzeitigen Führungskultur in Deutschland zu machen. Schon angesichts der sich (zumindest nach meinem Empfinden) immer weiter zuspitzenden geo-politischen Sicherheitslage können wir uns ein Führungspersonal, das einerseits durch Mikromanagement im Tagesgeschäft auffällt, aber andererseits dann wegtaucht, wenn Führung gefragt ist, allerdings schlicht nicht leisten. Mit der Frage, wie wir ein „good Leadership“ beim Führungspersonal durchsetzen können, ohne gleich wieder in die nächste Checkliste zu flüchten, entlasse ich Sie ins Wochenende.

Spruch des Tages: „Es macht keinen Sinn, kluge Leute einzustellen und ihnen zu sagen, was zu tun ist. Wir stellen kluge Leute ein, damit sie uns sagen können, was zu tun ist.“ – Steve Jobs  

Keep calm and carry on!

-tz 

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