Fog of War – 16. Dezember 2022 – Tag 296

Während Elon Musk scheinbar auf der einen Seite die vorherigen Ungereimtheiten bei Twitter wegräumt (hier ,“Twitter Files“) sorgt er selber gleich wieder für neue Ungereimtheiten (hier). Das ist auch deswegen nicht so toll, weil er z.B. Flight Tracker gesperrt hat, die auch mir als OSINT dienen. Nun ja. Schaun mer mal. Derweil habe ich gestern einmal ausgesetzt – eine Deadline und danach Weihnachtsfeiern – da passte leider mein FoW gestern nicht mehr rein. Dafür gibt’s heute Stoff für Wochenende:

Lage: https://twitter.com/DefenceHQ/status/1603637770450309121

https://interaktiv.tagesspiegel.de/lab/wie-weit-sind-die-soldaten-aktuelle-karte-der-russischen-invasion-in-der-ukraine/

https://www.understandingwar.org/backgrounder/russian-offensive-campaign-assessment-december-15

https://www.n-tv.de/politik/Ukraine-erwartet-neue-Grossoffensive-auf-Kiew-article23788546.html

https://twitter.com/WarMonitor3/status/1603707429899960320

https://www.berliner-zeitung.de/news/ukraine-meldet-neue-raketenangriffe-vielerorts-luftalarm-li.298439

https://www.n-tv.de/politik/Russischer-Raketenhagel-trifft-Ukraine-article23788529.html

https://www.nzz.ch/feuilleton/sergei-gerasimow-kriegstagebuch-aus-charkiw-teil-356-ld.1715647?reduced=true

Heute gab es wieder einen RUS Raketenangriff auf Städte der UKR – dabei scheinen die UKR zwar von der ersten Welle 37 von 40 Raketen/Drohnen abgeschossen zu haben, aber dennoch sind (von der zweiten Welle) einige durchgekommen, die wieder Tote fordern (s. Tagesspiegel).

Das UK MinDef Briefing konzentriert sich auf den Bau von Feldbefestigungen durch die RUS Kräfte im Osten. ISW sekundiert: „Ukrainian officials reiterated that the immediate focus of Russian efforts is securing territorial gains in Donetsk and Luhansk Oblasts.“ (ISW). Sprich, nachdem alles andere gescheitert ist, will Herr Putin zumindest die Oblasten Donetsk und Luhansk vor etwaigen „Friedensverhandlungen“ noch komplett in seine Hand bekommen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Herr Putin den nicht nur in dieser ISW-Ausgabe diskutierten Angriff via Belarus auf Kiew doch noch versuchen wird – und sei es, um seine Truppen in den anderen Frontabschnitten zu entlasten.

Gen Zaluschnyj: https://twitter.com/nicolange_/status/1603694499787640838

https://www.economist.com/zaluzhny-profile

Da das Interview mit dem UKR Generalstabschef, GenO Zaluschnyj, im Economist hinter einer Bezahlschranke ist, anbei gleich die Zusammenfassung aus Twitter (zentral: „Ich kann diesen Feind schlagen. Ich brauche 300 Kampfpanzer, 600-700 Schützenpanzer, 500 Artilleriegeschütze.„)

Gen Freuding: https://twitter.com/jakluge/status/1603682099206459392

Der deutsche General Freuding berichtet aktuell zur Lage, derweil der letzte Beitrag des österreichischen Oberst Reisner, der bislang ja immer mal wieder ausgewogen kommentiert hat, schon wieder einen Monat alt (hier).

Snyder: https://www.nzz.ch/feuilleton/timothy-snyders-ukraine-vorlesungen-ld.1716981?reduced=true

Timothy Snyder: The Making of Modern Ukraine. Class 23. the Colonial, the Post-Colonial, the Global

Habe ich auch noch nicht gesehen, aber Timothy Snyder ist ja bei mir eh Dauergast (zuletzt hier).

BdL: Auch angesichts des heutigen neuen Bombardements stellt Bloomberg die richtige Frage: „Kyiv and Moscow both face a critical question with Russia’s invasion of Ukraine in its 10th month: Can they secure enough missiles and artillery through winter to prevail?“ (hier).

Ich will jetzt nicht mutmaßen, ob der heutige Raketen-Angriff ein letztes Aufbäumen der RUS Kräfte war, aber wenn die UKR Flugabwehr nun noch z.B. durch Patriots gestärkt wird, dann könnte es darauf vielleicht gar nicht ankommen – wenn die Raketen nicht durchkommen, dann kann er so viele haben, wie er will.

Die Angriffswellen im Osten der UKR laufen – die RUS Soldaten stürmen, wie weiland Deutsche und Franzosen an der Westfront des ersten Weltkriegs, auf UKR Stellungen in und um Bachmut an. Die Frage ist, ob die RUS Generalität nicht sogar bereit wäre, einen UKR  Gegenangriff im Süden „anzunehmen“, um dann erneut auf Kiyv anzutreten und so die UKR Generalität zu zwingen, die Truppenstärke im Osten zu reduzieren.

Um zu verhindern, dass die RUS mit derartigen strategischen Schritten Erfolg haben, müssen wir mehr und vor allem schwerere Waffen liefern. Kampfpanzer sind das Gebot der Stunde. Denn eine UKR, die die RUS Truppen weiter dezimiert und vom UKR Territorium vertreibt, sorgt für ein schnelleres Kriegsende.

Spruch des Tages: „You must never confuse faith that you will prevail in the end—which you can never afford to lose—with the discipline to confront the most brutal facts of your current reality.” – Stockdale Paradox

Keep Calm & Carry on

-tz

& BTW: Путин, иди на хуй!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.