Morning Briefing – 7. Juli 2021 – Startups – von Einhörnern und Zebras

Guten Morgen,

Nachdem mein letztes Start-up Special aus der Hauptstadt der Startups schon wieder ein Weilchen her ist (hier), heuer mal ein aktueller Blick auf die Szene:

USA: https://wolfstreet.com/2021/07/05/todays-unicorns-have-bigger-cumulative-losses-than-amazon-had-lost-money-far-longer-than-amazon-still-dont-show-a-turnaround/

Wolfstreet beschreibt, wie immer auf den Punkt, die aktuelle Situation der Einhorn-Szene in den USA: Zwar schauen alle auf Amazon, aber Amazon hat nach zehn Jahren in Existenz auch Gewinne hervorgebracht, bei vergleichbar niedrigen Verlusten vorher. Wenn man sich in den Charts den Vergleich von Uber und Amazon anschaut, wird einem echt schlecht.

Einhörner: https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-um-start-ups-stark-und-gross-zu-machen-muessen-wir-sie-mehr-vom-ende-her-denken/27393380.html

Herr Gerhard Cromme, ex-Großkonzern-Manager heute Aufsichtsratsvorsitzender der Auto1 Group, also eines Startups, wünscht sich eine andere Skalierbarkeit der Startups. Sprich, es sollte mehr deutsche und europäische Investoren auch bei späteren Finanzierungsrunden etabliert werden.

Konzentrationhttps://www.imf.org/en/Publications/Staff-Discussion-Notes/Issues/2021/03/10/Rising-Corporate-Market-Power-Emerging-Policy-Issues-48619

Auch der Internationale Währungsfonds erkennt mittlerweile die Risiken der Marktkonzentration in Folge der Pandemie (bei mir schon hier).

Zebras: https://www-businessinsider-de.cdn.ampproject.org/c/s/www.businessinsider.de/gruenderszene/perspektive/zebras-statt-einhoerner-gastbeitrag/?ampq

Zebras „beschreibt sowohl Startups als auch deren Gründerinnen und Gründer, die es bewusst anders machen wollen als die Einhörner. “ Also Zebras statt Einhörner? Saxon-Valley statt Silicon-Valley?

Fazit: Was hat die Situation in Silicon Valley mit Zebras zu tun – und was mit Marktkonzentrationen (Oligopol- und Monopolbildung), werden Sie jetzt vielleicht fragen.

Ganz einfach: die „klassischen“ Einhörner streben eine herausragende Marktstellung an – die Amazon vor Jahren erreicht hat und jetzt mit Zähnen und Klauen verteidigt (s. zur Kritik am entsprechenden Dogma schon hier). Derartige Marktkonzentrationen werden im Zweifel im Nachgang und als wirtschaftliche Folge des pandemie-bedingten Scheiterns zahlreicher Unternehmen (das sich nicht nur in Insolvenzen, sondern auch in erhöhten M&A-Aktivitäten zeigt) zunehmen. Einhörner können und werden diese Ausschaltung des für eine Marktwirtschaft unabdingbaren Wettbewerbs weiter beschleunigen – aber dabei immer auf dem Vulkan einer „New Economy 2.0“ tanzen – wie die Analyse von Wolfstreet oben zeigt.

Die Rückkehr des „ehrbaren Kaufmanns“ in Form der Zebras kommt vielleicht zur rechten Zeit, um zumindest Alternativen zu den derzeitigen durch billiges Zentralbank-Geld angefachten Finanzexzessen aufzuzeigen.

Wer sich für die Zebras interessiert – hier geht’s zum Berliner Chapter und hier podcastet ein mir sehr bekanntes Zebra, bei dem ich auch schon zu Gast sein durfte (hier).

Spruch des Tages: „Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist” – Dostojewski

Keep calm and carry on!

-tz 

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