Morning Briefing – 8. November 2019 – USA // Vatikan // China

Guten Morgen,

Das Wochenende naht und es scheint möglich, dass sich die konjunkturellen Wolken doch etwas verziehen (dann könnten die Wirtschaftsweisen entgegen meiner Lästereien (hier) tatsächlich richtig liegen, mit ihrer Prognose, dass die Rezession nächstes Jahr schon wieder vorbei ist. Aber – mal an Hand der aktuellen Schlagzeilen der Reihe nach: Zwischen den USA und China könnte es zu neuen Handelsregelungen kommen, in Folge dessen die wechselseitigen Strafzölle wieder zurückgenommen würden (hier). Auch glaubt der scheidende EU-Kommissions-Chef Juncker nicht an US-Strafzölle auf Autos (hier). Prompt attestiert das Handelsblatt den Börsen, dass sie als Frühindikator bislang gut funktioniert hätten, weil sie den Ausfall der großen Krisen richtig prognostiziert hätten (hier). Fehlt also nur noch, dass nach den Parlaments-Wahlen in Großbritannien am 12. Dezember 2019 (hier) der Brexit ausfällt. Dann wäre ja alles wieder in Butter und einen DAX von 15.000, ach, was rede ich, von 17.000+ Punkten steht nichts mehr im Wege?

Ne, glaube ich nicht, sorry. Zum einen würden dann nur ein paar Ausreden für die konjunkturelle Schwäche wegfallen (und vielleicht ist der Fall dann tatsächlich nicht so tief) und zum anderen ist doch noch nicht so ganz Weihnachten, wie die jüngsten Äußerungen aus dem Weißen Haus zum Handel mit China zeigen (hier).

Deleveraging? Für Lauche (wie mein Sohn sagen würde) – deswegen heute mal ein verkapptes „Staatsverschuldung“-Special“, dass sich gut in die obige Einführung einfügt, denn die Verschuldung in allen Sektoren steigt seit der Finanzkrise unablässig weiter – längst bevor überhaupt über Brexit oder Zollstreitigkeiten fabuliert wurde. Und mittlerweile frisst sich die Verschuldung trotz immer niedrigerer Zinsen tief in die Staaten rein:

USA: https://wolfstreet.com/2019/11/02/us-national-debt-passed-23-trillion-jumped-1-3-trillion-in-12-months/

1,33 Billionen USD in zwölf Monaten. Bei dieser Cash-Burn-Rate dürfte selbst das Management on WeWork eher dilettantisch aussehen. Und: Nur auf Grund dieser Schulden generieren die USA überhaupt ein Wachstum Ihres BIP

Vatikan: https://www.manager-magazin.de/politik/artikel/vatikan-neuer-finanzskandal-twielichtige-investments-in-london-a-1294351.html

Der Vatikan pleite? Oh man, das dürfte eine Mega-Kollekte geben.

China: https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/anleihen/staatsanleihen-chinesische-euro-anleihen-sind-bei-anlegern-begehrt/25195164.html

Ah, China sucht also ausländisches Kapital, wohl auch, um die eigene Kapitalflucht abzufedern (hier). Angesichts der sich verschlechternden Wirtschaftsdaten (hier) im Land der Mitte vielleicht doch ein Risikoinvestment?

Historisch: 1989: Wende in der DDR: Der Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik unter Willi Stoph tritt geschlossen zurück (Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/8._November)

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag und schon mal ein schönes Wochenende! Morgen sind es schon dreißig Jahre. Ich empfehle als Lektüre diesen Artikel aus der Welt hier. Da jagt es einem ob der neuen Perspektive gleich wieder Schauer über den Rücken…

Viele Grüsse,  

-tz 

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