Morning Briefing – 12. September 2018 – Türkei-Special (ja, schon wieder!)

IMG_5632 (2)(Quelle: Schatzi) 

Guten Morgen,

Während der Wirbelsturm „Florence“ an der Ostküste der USA gerade für eine Pause im Wirtschafts-Boom trumpscher Prägung sorgt (hier), dreht sich an der Südostflanke der Nato eine Spirale ganz eigener Art scheinbar immer tiefer nach unten: die türkische Wirtschaft: Auch wenn die türkische Lira nach einem gestrigen Plus auch heute zu Handelsbeginn wieder an Wert gegenüber dem Euro aufholt (hier), so bleibt die Währung doch schwach. Und so langsam schlägt die Währungskrise auf die „Realwirtschaft“ durch. 

Zeit also, der türkischen Wirtschaft mal unter die Arme zu greifen? Scheinbar ja: Denn, während unser Finanzminister der Deutschen Bahn den Finanzhahn zudreht (hier), will er scheinbar die Bemühungen der deutschen Wirtschaft bei der Modernisierung der türkischen Bahn finanziell abfedern (hier). Das Unterfangen könnte noch zu spannenden Diskussionen führen…

Türkeihttps://www.welt.de/wirtschaft/article181487728/Tuerkei-Muss-Erdogan-jetzt-auch-noch-mit-einer-Rezession-kaempfen.html

Nun ja, wenn das Wachstum auf 5,x% sinkt, würde ich noch nicht von einer Rezession sprechen – aber das konkrete Rezessionsrisiko für die nächsten Quartale wird plausibel nachgezeichnet. Sprich: Das Rezessionsrisiko dürfte  im IV. Quartal schon bei weit über 50% liegen. Keine gute Ausgangsposition.

Türkei: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/loesung-fuer-tuerkei-krise/

„Um die Folgen der Krise abzumildern, müssen kurzfristig außergewöhnliche Maßnahmen getroffen werden, während gleichzeitig auf glaubwürdige Weise versprochen wird, langfristig zur Orthodoxie zurückzukehren. Und so funktioniert das: Vorübergehende Kapitalflusskontrollen sorgen dafür, dass die Explosion der Schuldenquote beendet und die panische Kapitalflucht gestoppt wird. Vielleicht kann auch die Rückzahlung eines Teils der Fremdwährungsschulden verweigert werden. Unterdessen muss das Land die Voraussetzungen dafür erfüllen, nach der Krise wieder zu einem nachhaltigen Staatshaushalt zurückkehren zu können. Wenn das alles gut geht, wird nach und nach wieder Vertrauen geschaffen, und schließlich sind die Kapitalflusskontrollen nicht mehr nötig.“

Wow! Na, solche Gedanken werden die Märkte beruhigen….

Türkei: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/tuerkei-wie-recep-tayyip-erdogan-einen-crash-verhindern-kann-a-1226607.html

„Die Leitzinsen müssten erhöht werden, der Staatshaushalt konsolidiert und das Inflationsziel gesenkt. Es gehe vor allem darum, die Unabhängigkeit der Zentralbank wiederherzustellen.“ … und dazu noch IWF-Kredite. Der „konventionelle“ Mix.

Die Wahl zwischen Pest und Cholera? Den Teufel mit dem Belzebub austreiben? Angesichts der vorigen Artikel kommen bei mir solche Fragen hoch. Folge der in den zwei letzten Artikel genannten Maßnahmen dürfte zwischenzeitlich eine Rezession sein. Sprich: Die Rezession kommt so oder so. In dem Fall kann sich jeder selber die Auswirkungen ausrechnen…

Historisch: 1963: Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main wird der Porsche 901 als Nachfolger des Porsche 356 vorgestellt. Dieser muss ein Jahr später wegen Markenrechten von Peugeot in Porsche 911 umbenannt werden. (aus: https://de.wikipedia.org/wiki/12._September)

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag!

Viele Grüsse,

-tz

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