Impfstoffbeschaffung – es geht auch anders

Nachdem die Impfstoffbeschaffung der EU und insbesondere Deutschlands in der Luft zerrissen wurde (s. nur das Buch „Ausbruch“, hier), werfe ich, bevor dieses Wissen im Nirwana der Geschichte untergeht und in Anbetracht von „Hera“, noch mal einen Blick auf das Vorgehen bei der Beschaffung von Ländern, die ganz besonders schnell beim Impfstart waren, nämlich die USA, GB und Israel:

USA: https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Warp_Speed

„Operation Warpspeed“ – darunter machte es Mr. Trump nicht. Aber der Erfolg gab ihm Recht. Und der Erfolg beruhte wohl auch auf dem Einsatz von drei US-Generälen in führender Funktion.

GB: https://www.spiegel.de/ausland/coronavirus-in-grossbritannien-wie-kate-bingham-das-britische-impfprogramm-beschleunigte-a-1543f3c8-f22f-4206-a90c-6aa678f06582

Demgegenüber setzte Mr. Johnson auf eine Investmentbankerin zur Beschleunigung der Impfstoffbeschaffung

Israel: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/pfizer-bourla-netanyahu-israel-101.html

https://www.n-tv.de/politik/Was-Israel-zum-Impfweltmeister-macht-article22376340.html

Neben anderen Faktoren war in Israel wohl auch der Einsatz von Ministerpräsident Netanyahu maßgeblich, der die Impfstoffbeschaffung tatsächlich zur „Chefsache“ machte und persönlich mit den Verantwortlichen bei Biontech verhandelte – und eben nicht so geizig war, wie die Europäer, sondern bewusst mehr für die Impfstoffe zahlte.

Fazit: Wie man am Vergleich der Effektivität und Effizienz der Impfstoffbeschaffung zwischen den USA, GB und Israel einerseits und der EU andererseits sieht, ist der europäische Weg, nämlich die Impfstoffbeschaffung an die EU-Bürokratie zu delegieren, wohl eher nicht so erfolgreich gewesen, wie der seinerzeit schleppende Start der Impfkampagne zeigt (s. auch hier und hier). Sprich, die Einsetzung einer Adhoc-Kommission, die sich aus erfahrenen Praktikern zusammensetzte, wie in den USA und GB oder die (wirkliche“) Annahme der Aufgabe als „Chefsache“ war erfolgreicher, als die Überantwortung der Aufgabe an die „Regel-Verwaltung“. Und, was macht die EU aus dieser Erfahrung? Sie gründet eine neue Mammut-Behörde – namens „Hera“ (hier). Na, da können wir uns dann ja über die Zuständigkeitsstreitereien und Wichtigtuereien bei der nächsten Krise freuen….

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