Morning Briefing – 12. Januar 2021 – „Weaponisation of Finance“

Guten Morgen, 

Die (gestern hier behandelten) Schwellenländer waren schon immer und sind auch (gerade?) jetzt Einflussversuchen seitens der entwickelten Wirtschaftsnationen ausgesetzt. Ein Mittel dazu ist die Zur-Verfügung-Stellung von Finanzmitteln, mittlerweile häufig in Form von Darlehen – deren Rückzahlbarkeit von vorneherein wirtschaftlich unmöglich ist. In der Folge „vollstreckt“ der Gläubiger in bestimmte Vermögenswerte des Landes (Infrastruktur, Rohstoffe) und kann so neben der Verfolgung eigener wirtschaftlicher Ziele auch bestimmenden Einfluss auf die so „unterjochte“ Nation nehmen. Diese mittlerweile (zuletzt hier diskutierte) als „Weaponisaton of Finance“ bekannt gewordene „Taktik“ erfreut sich angesichts der sich abzeichnenden erneuten Blockbildung aktuell großer Beliebtheit insbesondere bei einem Player:

Sambia: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/sambia-kann-staatschulden-nicht-mehr-bezahlen-17052207.html

https://amp-ft-com.cdn.ampproject.org/c/s/amp.ft.com/content/35c58b5f-f890-4390-967a-28c0a0a1fb50

https://www.nzz.ch/wirtschaft/schuldenkrise-in-afrika-sambia-ist-teilweise-zahlungsunfaehig-ld.1590907#register

Sambia hat auch wegen illegaler Geschäfte (Rechtsstaatlichkeit) und der scheinbar auf Prestigeobjekte des Präsidenten ein Schuldenproblem – China hilft gerne aus.

Montenegro: https://www.nzz.ch/wirtschaft/montenegro-eine-autobahn-stellt-ein-milliardenprojekt-dar-ld.1588932

Der EU-Beitrittskandidat Montenegro, das auch den Euro als Zahlungsmittel verwendet, auf dem Weg in die chinesische Schuldknechtschaft?

Türkei: https://www.fr.de/politik/china-tuerkei-erdogan-europa-wirtschaftskrise-krise-lira-investition-xi-jinping-90051759.html

Nicht das erste Mal, dass China der Türkei beispringt (hier). Schaut man sich die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei an (hier), dann sieht die so aus, wie eine reife Frucht, die dem chinesischen Machttrieben gerade in den Schoß fällt.

Fazit: Die sowieso schon in der Krise befindlichen Schwellenländer werden von Corona stark getroffenen und somit wohl noch leichtere Beute von „strategischen Staatsinvestoren“. Diese hier exemplarisch (mal wieder) dargestellte Art der Erweiterung der Einflussspähren durch Schulden dürfte eines der am meisten unterschätzten Probleme für die westliche Welt sein. Die chinesische Staatsmacht weitet ihre Einflussgebiete rücksichtslos und nachhaltig aus. Und kann so „nebenbei“ auch die Spaltung Europas vorantreiben. Aber keine Bange, in nicht allzu ferner Zeit werden wir uns damit auseinandersetzen (müssen)….

Spruch des Tages: „You must never confuse faith that you will prevail in the end—which you can never afford to lose—with the discipline to confront the most brutal facts of your current reality, whatever they might be.“, James Stockdale

Keep calm and carry on!

-tz 

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