Morning Briefing 17. Januar 2020 – China-Special

Guten Morgen,

Der von mir auch immer mal wieder als Krisenindikator bemühte (hier) sog. „Wolkenkratzer-Index“ schaffte es Anfang dieses Jahres sogar in die Tagesschau (hier). Ein Zeichen? Zumindest werden die Bäume in Deutschland wirtschaftlich auch 2020 nicht in den Himmel wachsen. So geht der BDI von 0,5% Wirtschaftswachstum aus, wobei er vorrechnet, dass „allein 0,4 Prozentpunkte – also rund 80 Prozent des BIP-Zuwachses – sich aus der vergleichsweise hohen Zahl von Arbeitstagen 2020 ergeben“ (hier).

Derweil wachsen auch in China die Wirtschaftsdaten nicht mehr in den Himmel, wie das nachfolgende entsprechende Special zeigt:

Wachstum: https://www.welt.de/wirtschaft/article205091428/Konjunktur-2019-So-langsam-wuchs-Chinas-Wirtschaft-seit-Jahrzehnten-nicht-mehr.html

https://www.zerohedge.com/geopolitical/china

6,1% Wirtschaftswachstum – das klingt viel, dürfte aber zu wenig Schwung sein, um die noch verbliebenen unterentwickelten Schichten und Regionen in China „mitzunehmen“. Das könnte sich für die Regierung noch als echtes Problem herauskristallisieren. Denn, was auch der Zerohedge-Artikel nur am Rande erwähnt: die Arbeitslosigkeit in China steigt. Da gleichzeitig die Lebenshaltungskosten (insbesondere für das beliebte, aber von der Schweinegrippe betroffene, Schweinefleisch) steigen, könnte hier das Protestpotential steigen.

Handys: https://www.zerohedge.com/markets/chinas-mobile-phone-shipments-plunge-62-2019

Mehr als nur symbolisch wichtig: Bis auf 5G Handys sinkt der Export von Handys aus China – und zwar gleich um über 6% in 2019.

Kredit: https://www.zerohedge.com/economics/chinas-credit-creation-unexpectedly-collapses-worst-possible-time

Man kann es auch so sehen: PBOC und die Regierung waren scheinbar effektiv im Zurückstutzen des ausufernden Schattenbankensystems. Kleines Problem ist nun, dass die Kredite – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – scheinbar gar nicht mehr fließen.

Fazit: Die Dynamik, mit der die „chinesische Lokomotive“ die Weltwirtschaft in den letzten Jahren an- oder vor sich hertrieb, lässt merklich nach – auch mit Bremsspuren in Deutschland. Ob es allerdings so schlimm kommt, wie bei Zerohedge (hier) mit der Stichzahl „1929“ umschrieben, weiß ich nicht. Nicht ausgeschlossen, aber ein extremes Szenario. 

Historisch: 1685: Johannes Diodato erhält als erster ein kaiserliches Privileg für den öffentlichen Ausschank von Kaffee und eröffnet in der Folge das erste Wiener Kaffeehaus (Aus: https://de.wikipedia.org/wiki/17._Januar) – das historische Starbucks!

Ich wünsche einen guten Start in den Tag und ein schönes Wochenende!

Viele Grüsse,  

-tz 

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