Morning Briefing – 3. Juli 2018 – Deutschland Special

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Guten Morgen,

„rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“ – dieses Sprichwort umschreibt das Verhalten von Horst Seehofer nur unzutreffend („Zum Horst machen“ wäre treffender, ist aber nicht PC…). Also, Zwischenstand: Herr (Horst) Seehofer bleibt Innenminister – und die Union hat eine Lösung gefunden – ob die SPD diese Lösung mitträgt, steht in den Sternen (hier). 

Aber schauen wir mal auf Deutschland. Alles super, oder? Die Arbeitslosigkeit beträgt unter 3 Mio, die Beschäftigtenquote über 44 Mio. (hier). Die Auftragsbücher sind voll. Also alles gut, oder?

Deutschland I: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/streit-um-zuwanderung-wehe-wenn-die-konjunktur-kippt-a-1215932.html  (Danke Alex!)

An Hand von Spanien und Frankreich zeigt  SPONauf, dass die Akzeptanz von Flüchtlingen in der Bevölkerung in direktem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Prosperität des aufnehmenden Landes zusammenhängt. Anders gewendet: Wenn Flüchtlinge jetzt schon so kritisch gesehen werden, was passiert dann erst in einem wirtschaftlichen Abschwung?

Deutschland II: https://global.handelsblatt.com/opinion/why-german-companies-fail-in-digital-innovation-901367

Wieso kann das Handelsblattsolche Artikel nicht einfach mal auf deutsch posten? Der Artikel benennt einige der existierenden Hemmnisse sehr gut.

Start-ups: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/finanzielle-foerderung-altmaier-verspricht-klare-roadmap-fuer-deutsche-start-ups/22660668.html

https://www.gruenderszene.de/business/peter-altmaier-startup-camp-rede

Zuletzt hatte ich am 22. Mai 2018 über Startups berichtet (hier) – und mich an der beginnenden Reife deutscher Start-up Unternehmer erfreut. ABER: der Start-up-Hype sollte zum einen nicht übertünchen, dass der Saldo von Gründungen und Liquidationen in Deutschland seit Jahren negativ ist: https://www.ifm-bonn.org/statistiken/gruendungen-und-unternehmensschliessungen/#accordion=0&tab=1. Sprich, es scheiden jedes Jahr mehr Unternehmen aus dem deutschen Markt aus, als in ihn eintreten.

Zum anderen wird es interessant werden zu sehen, wie Herr Altmaier angesichts der strengen Haftungsvorschriften (und der noch strengeren Auslegung durch die Gerichte) gescheiterten Gründern eine „zweite Chance“ geben will. Es gibt einen Grund, warum es in Deutschland keine „Serial Entrpreneurs“ gibt….

So – und jetzt die Klammer drum: Wenn die Rahmenbedingungen für Unternehmensneugründungen nicht stimmen, etwa weil die Haftungsrisiken zu groß werden, dann werden keine Unternehmen gegründet. Wenn auf Dauer mehr Unternehmen aus dem Markt ausscheiden, als in ihn eintreten, dann leidet die Wirtschaft – und im Falle einer von außen einwirkenden Wirtschaftskrise (etwa, weil die chinesische Wirtschaft stottert, s. das „China-Special“ gestern) wird sie noch mehr leiden. Und derzeit sieht es eher so aus, als würden Politiker die „Wirtschaft“ als in ihrem derzeitigen Zustand gegeben hinnehmen – und nicht als ein fragiles Gebilde, dass auch „gepflegt“ werden muss. Und damit meine ich keine Steuersenkungen auf Hotelübernachtungen! 

Historisch: 1866: In der Schlacht bei Königgrätz entscheidet General von Moltke den preußisch-österreichischen Bruderkrieg mit einem Sieg gegen Österreich zugunsten Preußens und bereitet damit den Weg für die „Kleindeutsche Lösung“ (aus: https://de.wikipedia.org/wiki/3._Juli)

Ich wünsche Ihnen dann mal wieder einfach einen guten Start in den Tag!

Viele Grüsse,

-tz

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