Banco Popular – es geht auch anders

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Nachdem Italien ja mit der von der EZB genehmigten „Rettung“ der Krisenbank Monte dei Paschi (MPS) die im Januar 2016 geschaffenen „Bail-in“-Regelungen für Krisenbanken gleich mal ausgehebelt hatte (s. näheres hier), zeigt das Beispiel der spanischen Banco Populare, dass es auch anders geht. Während nämlich die EZB der MPS – trotz deren offensichtlicher Pleite – die Solvenz bescheinigte und damit ein Schlupfloch für die Nutzung italienischer Steuergelder eröffnete, hielt sie sich im Falle der Banco Popular genau an das Drehbuch des europäischen Abwicklungsmechanismus, bescheinigte der spanischen Bank die Pleite und ließ den ersatzlosen Verlust der Anteilseigner und sog. „Co-Co Bonds“ Inhaber (dazu unten mehr) im Wege des „Bail-in“ zu.

Die Wurzeln der Krise von Banco Popular liegen im spanischen Immobliencrash von 2008 (s. näher hier); in letzter Zeit hat sich die Krise dann durch einen „Bank-Run“ auf die Einlagen (nach ungenannten Quellen bis zu Euro 18 Mrd. in den letzten Wochen) noch verschärft. Und zwar so, dass das „Single Resolution Board“ (SRB), also der erst 2016 geschaffene europäischen Bankenabwicklungsmechanismus, nicht bis zum Wochenende warten konnte, sondern mitten in der Woche innerhalb von 24 Stunden den Zwangsverkauf der Bank an Santander für den berühmt-berüchtigten „symbolischen“ Euro anordnete (s. hierzu näher bei Reuter, SPON, ZH, Wolfstreet und NZZ).

Für Bankkunden und ihre (Spar-)einlagen ist dieser Schritt ein beruhigendes Zeichen, deutet es doch darauf hin, dass eine Rettung von Banken durch Enteignung der Spareinlagen, wie seinerzeit in Zypern geschehen, genau so wenig als adäquat angesehen wird, wie auch die Haftung durch den Steuerzahler.

Die Zukunft wird zeigen, ob dieser Notverkauf tatsächlich die Richtung für die Lösung der spanischen Bankenkrise vorgeben kann,  denn dem symbolischen Kaufpreis stehen ja auch Altlasten der Banoco Popular, wie z.B. Non-Performing loans im „Wert“ von Euro 37 Mrd. gegenüber. Zwar will Santander dafür Rückstellungen in Höhe von Euro 7,9 Mio. bilden – die sollen aber (laut Wolfstreet, hier) in Höhe von Euro 7 Mrd. aus einer weiteren Kapitalerhöhung kommen. Zum einen ist  die Annahme, dass die NPLs noch einen Wert von über 20% ihres Nominalwertes ausweisen, schon „sportlich“. Zum anderen stellt sich die Frage, wer nun die 7 Mrd. Kapitalerhöhung aufbringen soll/will.

Denn gerade die Investoren in sog. „Contingent Convertible Bonds“ oder „Co-Co Bonds“ sollten aufhorchen: Neben den Anteilseignern selbst verloren sie (dazu zählt z.B. auch PIMCO) nämlich ihr komplettes Kapital! Investoren in solche Papiere (die auch bei der Deutschen Bank im „Einsatz“ sind) sollten und werden sich diesen ersten „Bail-in“ also genau ansehen.  Auch im Hinblick auf neue Investments – etwa in eine Kapitalerhöhung bei Santander.

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